Bericht 55-06

 

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So., 01.10.2006, Erlöserkirche, Gemeindefest zum Erntedank
 
 Kirchturmbesichtigung  mit Pastor Carsten Wedemeyer

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Nach dem ersten Beitrag wird ein Diskussionsforum eingerichtet.

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Einmal hinter die Kulissen gucken: Der Kirchturm der Erlöserkirche hatte seine Pforten während des Gemeindefestes geöffnet.
 So etwas gibt es in ganz Hannover nicht mehr: ein mechanisches Uhrwerk in einer Kirchturmuhr, das noch von Hand aufgezogen wird. Dabei werden die mächtigen Gegengewichte, durch die die Zahnräder für den Antrieb in Bewegung gehalten werden, mit Hilfe einer Kurbel bis hinauf in die oberste Etage des Kirchturms gezogen. Ganz langsam senken sie sich dann wieder hinab, um nach Ablauf einer Woche erneut aufgezogen zu werden. Die Kisten am unteren Ende sind mit Sand gefüllt. Falls ein Seil reißt, wird der Aufprall des schweren Gewichtes gedämpft und nicht der Holzboden zerschlagen.

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Die Hauptglocke, eine Wendeltreppe tiefer, wurde einst von der Firma Ahrberg gestiftet.
Wenn man den Klöppel mit der Hand sanft gegen den Glockenkörper tippt, klingt ein leises, ganz langanhaltendes donnnnng zurück. Beim Bau des Kirchturms wurde die Glocke hochgezogen und erst danach die hölzernen Fußböden der einzelnen Stockwerke gebaut.

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Tak - Tak.... die „Unruhe" gibt die Energie kontrolliert an die Mechanik des Uhrwerks, das die Zeiger antreibt, weiter. Mit jeder Minute ruckt das Zahnrad ein Stückchen weiter und der Zapfen rastet erneut ein.
Im gleichen Raum befindet sich auch der elektrisch betriebene Blasebalg, der Luft für die Orgel bereitstellt. Hinter der Steinmauer auf der rechten Seite des Turmzimmers kann man die Orgel spielen hören.

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So sieht es oberhalb des Kirchenschiffes aus. Unter einem hölzernen Laufsteg zeichnen, rund wie Elefantenbuckel, graue Isolierplanen die Formen des Gewölbes über ganze Länge des Kircheschiffes nach.

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Fast oben. In der Etage oberhalb der Hauptglocke ist der Aufstieg zu Ende. Die Leiter rechts führt in die leere Kirchturmspitze. Die Schäden am Mauerwerk zeichnen sich hier deutlich zu ab. Früher wurden hier Trauungen durchgeführt und Konfirmandenunterricht abgehalten. Alle Fenster sind gegen die Tauben vergittert, so kann man nur kariert herausschauen. Die übliche „Glockenturmaussicht" fehlt leider.

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Hier oben befinden sich auch noch zwei ausrangierte Eisen - Glocken, sie sind viel zu schwer, um sie nach unten zu transportieren. In ihrem Inneren haben sich feine Risse gebildet und die Gefahr, dass sie beim Stundenschlag zerbersten und auf die Straße fallen, wäre zu groß. Das Mauerwerk würde den Fall wohl nicht bremsen können.

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Ein Blick über das Kirchendach zur Haltestelle Siloah und der AWD Arena im Hintergrund.

Text/Fotos: Evi Schaefer
Letzte Aktualisierung: 03.10.2006