Linden-Nord, Steigerthalstraße - Seit Jahren sieht man immer mehr Menschen - und nicht nur Jugendliche - in der Leine baden. "Ist das Wasser denn auch sauber ?" mag sich so mancher dabei gedacht haben.
Seit Samstag, den 15. Juli ist diese Frage höchstoffiziell und im Konsenz beantwortet. Der BUND für Umwelt- und Naturschutz hatte eingeladen und der Umweltdezernent Mönninghoff gab das Startzeichen für den großen Plansch in der Leine in Linden. Im Pulk stürmte die ganze "Meute" ins Wasser. Hunderte
versammelten sich an diesem Tag in freudiger Badeerwartung am neu aufgeschütteten Sandstrand - als wenn es die Nordsee wäre. Das Wetter war ausgezeichnet. Getränke und Essen wurden reichlich angeboten. Ein Bühnenprogramm sorgte für Unterhaltung. Organisationen informierten und luden zum Mitmachen ein. Es war das reinste Volksfest. Bitte wiederholen. Siehe auch: www.guteguete.de Klaus Öllerer Letzte Änderung: 20.07.2006 Kommentar Als ich 1959 als Zehnjähriger im Rein badete, ahnte ich noch nicht, dass es für Jahrzehnte das letzte Mal sein würde. Der Rhein und fast alle
Flüsse waren damals so verdreckt, dass sich bald niemand mehr reintraute. Als mein Vater einmal einen im Rhein gefangenen Fisch mit nach Hause brachte, konnten wir ihn wegen seines penetranten Öl- und Schmieregeschmackes nicht aufessen. Das Bewusstsein für eine saubere Umwelt entwickelte sich überall. Willy Brandt machte in den Sechzigern noch Wahlkampf mit der Forderung "Blauer Himmel über der
Ruhr". Schließlich wurden die technisch entstandenen Umweltprobleme auch wieder durch weitere Technik gelöst. In den Achzigern sprang der damalige Umweltminister Töpfer demonstrativ in den Rhein, um die neu gewonnene Sauberkeit zu demonstrieren. Der BUND hat nun mit dem Leinebadetag einen
wohltuenden Akzent in der Umweltdebatte gesetzt. Er lud angesichts der Realitäten einfach dazu ein die Leine für den Badespaß zurück zuerobern. Bisher waren für mich Umweltorganisationen dadurch stigmatisiert, dass sie Erfolge nur mit neuem Katastrofengerede zugestehen konnten. Immer so, als wenn alles immer noch schlimmer und schlimmer werden würde.
Hiervon hat sich der BUND wohltuend abgehoben. Wir können inzwischen sogar erkennen, dass unsere Umwelt hier in Deutschland weitgehend wieder intakt ist - und das in einem der größten Industrieländer der Erde. Klaus Öllerer |