Peking 15.-21.02.2005 - Eigentlich hatten wir gar nicht vor eine weite Reise zu unternehmen. Doch als wir dieses günstige Angebot sahen, schlugen wir gleich zu. Für 580 €/Person nach Peking* für sechs Tage incl. fast alles im Vier-Sterne-Hotel. Das war total verlockend. Wir haben es nicht bereut und sind sogar begeistert. Wir, das sind meine Frau Sabine und
ich. Hier nun im Folgenden eine Auswahl unserer Eindrücke und Gedanken. In Peking wird überall gebaut : Geschäftszentren, Wohnblöcke, Straßen, U-Bahnen. Die Stadt wirkt wie ein Wesen, welches sich häutet. Alte "Haut" wird abgesprengt, neue "Haut" tritt an deren Stelle. Vieles ist nicht perfekt. Überall sind die kleinen Mängel eines rasanten Wachstums zu sehen. Stromkabel führen hässlich und schlecht montiert durch die Luft. Türen schließen nicht richtig.
Löcher in Straßen und Wegen zwingen zum Aufpassen. Jedoch erlebt die Pekinger Bevölkerung heute wahrscheinlich die beste Zeit ihrer langen Geschichte. Die Stadt hat 14 Millionen Einwohner und 3 Millionen Autos, davon sind 90% in privater Hand. Und es werden immer mehr. Bei fünf Millionen will die Stadtverwaltung die Notbremse ziehen und die Anzahl begrenzen. Seitdem 1979 der Reformkurs im Lande ausgerufen wurde, ist ein großes
Maß an wirtschaftlicher Freiheit eingekehrt. Vieles, was vorher nach sozialistischer Lehrmeinung verboten war, ist jetzt erlaubt und wird gefördert. In den alten Häusern wurden im Erdgeschoss viele Läden eingerichtet, die von den Anwohnern betrieben werden. Ein Dienstleistungsnetzwerk ist entstanden. Die Stadt ist voller Restaurants und Imbissangeboten, die zahlreich angenommen werden. Dieses spricht für eine Entwicklung der Kaufkraft. Auf der anderen Seite
erscheint die Entwicklung der geistigen Freiheit zurückgeblieben zu sein. Wir haben kein funktionierendes Internetcafe gesehen. Sie wurden in letzter Zeit geschlossen. Das Internet in China ist im Übrigen gefiltert. Der TV-Sender CNN in unserem Hotelzimmer wurde mehrmals unterbrochen, wenn anscheinend etwas über China berichtet wurde. Private Satellitenschüsseln waren im Stadtgebiet nicht zusehen. Unsere chinesische Reisebegleiterin erzählte uns, dass sie CNN über ihr Hausnetz nicht
empfangen könne. Immerhin werden auch negative Dinge in der Presse berichtet. So konnten wir einiges davon in der englischsprachigen China Daily lesen (siehe Kasten). 2008 soll in Peking die Olympiade stattfinden. Derzeit gehört die Stadt noch zu denen mit der weltweit stärksten Luftverschmutzung. Bis 2008 wird sich das vermutlich geändert haben. Die Chinesen werden der Welt eine Stadt nach Weltstandard präsentieren wollen. Vielleicht schaffen sie es.
Klaus Öllerer letzte Änderung: 27.02.2005 * www.tchibo.de |