20.11.2005 - Mehr als 70 Bewohner des markantesten und umstrittensten Bauwerks Lindens waren in den Info - Pavilllon des Ihmezentrums gekommen. Für Investor Engel steht fest: Das Ihme - Zentrum wird sich dem Stadtteil öffnen. An der Blumenauer Straße entstehen ebenerdig auf 15 000 qm² Fachmärkte, in die heutige Einkaufspassage werden Linden gepflanzt und Kunst- und Kulturschaffende können als Zwischennutzer einziehen. Der neu geschaffene Grünzug ist für die Bewohner des Ihmezentrums gedacht. Das revitalisierte Ihme-Zentrum soll Linden - Park heißen.
Es wird knapp: Wenn bis zum 30.11. nicht 70% der Fachmärkte vermietet sind, wird auch die Stadt Hannover ihre Mietzusage für Räume im Ihmezentrum nicht einhalten. Stichwort Betonburg: "Außenstehende haben so viele Vorurteile," sagen die Anwohner und sind darüber sehr aufgebracht. Die Politiker hier sollten nicht auch noch
an den Vorurteilen stricken, in dem sie das Ihme-Zentrum als Fremdkörper und nicht integriert in Linden bezeichneten. Es habe sogar schon einen regelrechten Negativ -Tourismus aus anderen Stadtteilen gegeben. Die 850 Privateigentümer wohnen gern hier. In den 70er Jahren waren Gebäude wie das Ihmezentrum große Mode, doch die Konsummuster haben sich verändert: Leben, arbeiten und einkaufen in einem zusammenhängenden Komplex werden nicht mehr nachgefragt. Die Stadtplaner schlagen
vor, man könne etwas abreißen, oder hochpreisige Wohnungen anbieten, um das Wohnumfeld zu ändern. Beides habe es andernorts schon gegeben. Ob Linden die vielen Läden des Linden - Parks braucht, ist fraglich. Kommen Bewohner aus anderen Stadtteilen hierher um einzukaufen? Was erwartet die angestammten Lindener Geschäftsleute? Nicht nur die Bewohner des Ihme - Zentrums sind skeptisch. Ingrid Wagemann sieht in ihrem Resümee für die nahe Zukunft eine kulturelle Belebung als Chance.
"Doch es wird keine leichte Aufgabe sein". Fotos/Text: Evi Schaefer. Letzte Aktualisierung am 19.11.2005 |