Bericht 34-05

   Home

 

Berichte  ....1  ....2  ....3  ....4  ....5  ....6  ....7  ....8  ....9  ...10  ...12  ...14  ...15  ...16  ...17  ...18  ...18a  ...19  ...20  ...22  ...23  ...24  ...25  ...26  ...27  ...28  ...29
  ...30  ...31  ...32  ...33  ...34  ...35  ...36  ...37  ...38  ...39  ...40  ...41  ...42  ...43  ...44 ...45  Berichte 2004  Berichte 2003  Berichte 2002 und früher

Archiv 2005

Do., 22.09.2005, Konflikt in Linden-Süd - Ecke Charlotten-/Ahrbergstr.:
Unruhe am Platz der Ruhe

Beitrag Kommentieren
Nach dem ersten Beitrag wird ein Diskussionsforum eingerichtet.

22.09.2005 - Das Haus von Jürgen Göbel liegt direkt neben dem “Platz der Ruhe” an der Charlottenstr. in Linden-Süd.
Seit Jahren klagen er und seine Mieter über unzumutbare Belästigungen durch Trinker. Eine Sammlung in der Nachbarschaft erbrachte im Jahre 2003 einhundert Unterschriften mit der Forderung an die Stadt den Platz wieder zu einem Ort der Begegnung und Ruhe zu gestalten.

Inzwischen haben Mieter gekündigt. Sie schrieben noch im Mai 2005 in einem Beschwerdeschreiben über regelmäßige Treffen alkoholkonsumierender Menschen in nur sechs Meter Entfernung mit bis zu 25 Teilnehmern in den Sommermonaten. Sie beklagten eine Geräusch- und Geruchskulisse von morgens bis in die Nachtstunden, wobei auch an geparkte Autos uriniert wurde.

Andere Sichtweisen ...
Uwe Horstmann wohnt in der Nähe und bezieht vehement Stellung gegen die Beschwerdeführer:

“... Ein Aufruf zu einer Unterschriftensammlung, Auftritte in Sitzungen des Stadtteilforums Linden-Süd und Ausführungen im Bezirksrat Linden-Limmer sind die öffentlichen Versuche eines Hausbesitzers und Vermieters die Attraktivität seiner Wohnungen zu erhöhen. ...”

Olaf Wolf kümmert sich seit 2004 um die Menschen am Platz, die sich aus seiner Sicht kooperativ verhalten. Es wurden Nutzerregeln vereinbart. Die Verhältnisse hätten sich gebessert, schreibt er:

“... Wenn man sich also die Situation am Stadtteilplatz etwas genauer ansieht, erweist sich die anhaltende Kritik insbesondere von Herrn Göbel als unbegründet und nicht nachvollziehbar. ...”

Die Polizei konnte in einer Bezirksratssitzung dieses Jahr von keinen nennenswerten Beschwerden berichten und hält die Situation im Vergleich zu anderen Plätzen der Stadt Hannover für relativ gut.

Die Positionen stehen sich unversöhnlich gegenüber. Es sieht derzeit nicht nach einem schnellen Ende des Konfliktes aus.

Klaus Öllerer
Letzte Änderung: 23.10.2007


Platz der Ruhe: Lärm- und Alkoholterror für die Einen - unvermeidliche akustisch dazugehörende Anteilnahme am Leben der Nachbarn für die Anderen.


An der Charlottenstr. zwischen Ahrberg- und Haspelmathstr. liegt der Platz der Ruhe.
Mit freundlicher Genehmigung des Copyright-Inhabers Mairs Geographischer Verlag www.falk.de


Olaf Wolf: “... eine wichtige Begegnungsstätte, fast wie ein zweites Wohnzimmer.”

zurück
Der Beschwerdebrief der Mieter vom 16. Mai 2005 an OB Schmalstieg und Bezirksbürgermeisterin Barbara Knoke entfällt. (17.09,.2007)

---

 

 

 

 

 

 

zurück
Uwe Horstmann -
ein Anwohner aus der Nachbarschaft

Stadtteilplatz Charlottenstraße/Ecke Ahrbergstraße

Die folgende Stellungnahme wurde verfasst von Uwe Horstmann, als Bewohner der Haspelmathstraße nah dran am strittigen Platz und einer der Sprecher des Stadtteilforums Linden-Süd

Ein Aufruf zu einer Unterschriftensammlung, Auftritte in Sitzungen des Stadtteilforums Linden-Süd und Ausführungen im Bezirksrat Linden -Limmer sind die öffentlichen Versuche eines Hausbesitzers und Vermieters die Attraktivität seiner Wohnungen zu erhöhen.

Einige seiner Wohnungen befinden sich in unmittelbarer Nähe eines Platzes, der seit vielen Jahren als Treffpunkt für Bewohner des Stadtteils dient. Ältere Damen treffen sich dort so regelmäßig wie türkische Männer. Eine Tischgruppe ist der Stammplatz eines Bekanntenkreises, in dem Alkoholkonsum zum alltäglichen Freizeitverhalten gehört.

Gegen diese Personengruppe wird polemisiert. Ihr wird häufige Lärmbelästigung der Anwohner vorgeworfen, obwohl es nach Aussage der Polizei keine aktenkundige Häufung von Beschwerden gibt.

In einem Antrag der CDU im Bezirksrat Linden-Limmer und in einigen dort am 22.06.05 vorgetragenen Ausführungen ist nun vom "Platz der Ruhe" die Rede. Dieser name ist im Zusammenhang mit dem der nachbarschaftliche Kommunikation gewidmeten Platz an der Charlottenstraße bisher nie aufgetaucht. Er muss als Polemik gegen die ungeliebten Nutzer verstanden werden, die man gerne vertreiben möchte. Dabei wird von der CDU sogar die Zwangsumsiedlung in eine GHB-Immobilie in der Deisterstraße vorgeschlagen. Indem zusätzlich ein Soziales Hilfsangebot" zur Behandlung der unterstellten Alkoholkrankheit gefordert wird, meint man das wahre Motiv unter einem sozialen Mäntelchen verstecken zu können.

Das Stadtteilforum Linden-Süd hat sich mehrfach mit diesem Interessenkonflikt beschäftigt und jeweil zum Ausdruck gebracht, dass die unterschiedlichen Interessen zwischen Platznutzern und den wenigen klagenden Anwohnern im Gespräch geklärt werden müssen. Lärm und Unrat, wenn sie Überhand nähmen, und öffentliches Urinieren sollen nicht übersehen und toleriert werden.

Deshalb hat ein "Runder Tisch" im vergangenen Jahr beiden Seiten bekannte "Kümmerer" eingesetzt, die auftretende Konflikte zeitnah und direkt aufgreifen können.

Die Haltung des Stadtteilforums ist getragen von der klaren Ablehnung aller Versuche, Gruppen von Mitbürgern auszugrenzen, weil ihre Lebensführung anderen nicht behagt.

Als Anwohner der unmittelbar benachbarten Haspelmathstraße muss ich betonen, dass neben allen positiven Aspekten in unserem dicht bebauten Stadtteil die Enge und die akustische Anteilnahme am Leben der Nachbarn unvermeidlich dazu gehören. Wer aus freien Stücken in diesen Stadtteil zieht oder dort Immobilien vermarkten will, muss das akzeptieren.

zurück
Olaf Wolf
- der „Kümmerer"

Hannover, 08 September 05
Meine Sicht zur Diskussion um den Stadtteilplatz an der Charlottenstraße in Linden-Süd
Im Sommer 2004 habe ich die ehrenamtliche Betreuung des Stadtteil- und Anwohnerplatzes in der Charlottenstraße übernommen, weil die Zustände dort schwierig waren. Dazu zählten ein beträchtlicher Alkoholkonsum, die damit einhergehende hohe Lautstärke, das Urinieren an Hauswände und - für mein Empfinden besonders problematisch - die Gegenwart kleiner Kinder im Vorschulalter.
Um diese Probleme zu lösen, hatte sich in diesem Sommer 2004 ein Runder Tisch zusammengefunden. Mit dabei: Bezirksbürgermeisterin Barbara Knoke, der Stadtteilmanager Wolfgang Prauser, zwei Kontaktbereichsbeamte vom Polizeikommissariat Ricklingen - Herr Meier und Herr Rohde - einige Nutzer des Platzes sowie Herr Dieter Göbel als Sprecher der ablehnend eingestellten Anwohner des Platzes. Im Ergebnis kam es zu folgenden Absprachen zwischen den Platz-Nutzern und den übrigen Mitgliedern des rundem Tisches:
1.Ein Nutzer des Platzes, der nah am Platz wohnt, erklärte sich bereit, allen Nutzern sein privates WC zur Verfügung zu stellen. Diese Regelung hat sich tatsächlich bewährt und funktioniert aus meiner Sicht sehr gut.
2.Desweiteren versprachen die Nutzer, auf die Lautstärke zu achten und sich gegenseitig zu erinnern. Auch diese Regelung hat sich bewährt. Dies wird auch durch die Protokolle der Polizei Ricklingen dokumentiert: Im vergangenen Jahr waren keine negativen Vorkommnisse zu verzeichnen.
3.Außerdem wurde vereinbart, ein Lösung im Interesse der Kinder zu finden. Die Eltern zeigten sich hier erfreut und aufgeschlossen. Im mehreren Gesprächen, die ich mit den betroffenen Eltern daraufhin geführt habe, stellte sich heraus, dass diese Eltern trotz einiger Mühen keine Plätze für ihre Kinder und Stadtteil finden konnten bzw. wiederholt auf Wartelisten vertröstet wurden.
Durch meine Vermittlung gelang es schließlich, die benötigten Kindergartenplätze zu bekommen.
Dass heißt: Die betroffenen Kinder sind jetzt nicht mehr auf dem Platz anzutreffen, sie werden ganztags im Kindergarten betreut.
Insgesamt zeigten die Nutzer viel Einsicht und Kooperationsbereitschaft. So legen sie zum Beispiel großen Wert darauf, dass der Platz sauber und aufgeräumt hinterlassen wird.
Zu den Nutzern des Stadtteilplatzes zählen übrigens auch fünf ältere Damen, die sich jeden Nachmittag dort treffen - ohne Alkohol zu konsumieren. Für sie bildet der Platz eine wichtige Begegnungsstätte, fast wie ein zweites Wohnzimmer. Würden Tische und Bänke tatsächlich entfernt, hätten die Damen keinen gemeinsam Treffpunkt mehr, was dazu führen könnte, dass diese noch mehr vereinsamen. Zu den anderen Nutzern des Platzes pflegen die Damen ein konfliktfreies, ja sogar gutes Verhältnis. So werden die Damen auch von den anderen Nutzern umsorgt, indem ihnen zum Beispiel ein Cafe vom Kiosk geholt wird oder eine der Damen, die im Rollstuhl sitzt, nach Hause begleitet wird.
Wenn man sich also die Situation am Stadtteilplatz etwas genauer ansieht, erweist sich die anhaltende Kritik insbesondere von Herrn Göbel als unbegründet und nicht nachvollziehbar.
Bemerkenswert finde ich, dass Herr Marjani, Besitzer des Hotels an der gegenüberliegenden Seite der Charlottenstraße, mir im persönlichen Gespräch eröffnet hat, dass er sein Hotel im Herbst 2003 aufgrund der damaligen Missstände verkaufen wollte. Heute äußert er sich sehr positiv über die Veränderungen auf dem Stadtteilplatz. Herr Marjani empfindet die Straße inzwischen als fröhlich und lebendig. Inzwischen hat er sogar ein zweites Hotel im benachbarten Ahrbergviertel eröffnet.
Fazit: Herr Göbel ist mit seiner Position in unserem Stadtteil mittlerweile weitgehend isoliert. Die große Mehrheit der Anwohner nimmt die erzielten Fortschritte wahr und fühlt sich von den Nutzern des Stadtteilplatzes nicht mehr beeinträchtigt. Die Nutzerschaft des Platzes erscheint uns fast wie eine große Familie, die sich hier im Laufe vieler Jahre zusammengefunden hat.

Olaf Wolf, ehrenamtlicher Stadtteilbetreuer (Der „Kümmerer")

 

© Copyright    Die Inhalte angeführter Links und Quellen werden von diesen selbst verantwortet.