Bericht 7-04

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Mi., 28.01.2004, Schüler berichten dem Bezirksrat:
So werden die Schulwege sicherer.

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An den Bezirksrat Linden- Limmer:
Bericht über das Schulwegsicherungsprojekt in Kooperation mit der Grundschule Lindener Markt.

1.Einleitung
2.Methoden der Schulwegerforschung
3.Ergebnisse der Schulwegforschung

1. Einleitung
Der Arbeitsbereich Kinder- und Jugendbeteiligung von JANUN e.V. hat in Kooperation mit der Grundschule Am Lindener Markt vom 2.07. bis 4.07.03 ein Projekt zur Schulwegsicherung mit einer vierten Klasse durchgeführt. Unter dem Motto „Stadteildetektive erforschen die Gefahren- und Problemstellen auf ihren Schulwegen" waren die Schülerinnen und Schüler im Einzugsgebiet der Schule unterwegs. Das Projekt in Linden Mitte setzt die im Jahr 2001 begonnen Bemühungen Schüler und Schülerinnen an der Schulwegsicherung im Bezirk Linden-Limmer zu beteiligen fort. JANUN e.V. hatte damals ein Schulwegsicherungsprojekt in Kooperation mit der Grundschule Salzmannstraße in Linden Nord durchgeführt. Im Herbst 2003 wird ein Schulwegsicherungsprojekt in Linden-Süd in Kooperation mit der Egestorfschule folgen. Ende des Jahres wird eine raumgreifende Analyse des Straßenverkehrs aus Schülersicht über Linden vorliegen.
Die Projekte haben zum Ziel, Kinder als Experten für die Sicherheit auf ihren Schulwegen ernst zu nehmen. Die Sichtweisen, Erfahrungen und Eindrücke der Kinder halten wir für ganz entscheidend, die Gefahrenpunkte im Straßenraum ausfindig zu machen und sich erklären zu lassen, was diese gefährlich macht. Die Vorstellungen der Mädchen und Jungen können sinnvoll die Sichtweisen der Planerinnen und politischen Entscheidungsträgerinnen ergänzen.

Als „Stadtteildetektive" erforschten die Schülerinnen und Schüler ihren Lebensraum. Sie deckten Problem- und Gefahrenpunkte im Straßenraum auf und erarbeiteten Verbesserungsvorschläge aus ihrer Sicht. Bei den Untersuchungen wurden die Kinder gleichzeitig für die Gefahrenpunkte auf ihren Schul- und Freizeitwegen sensibilisiert. Die Kinder reflektierten ihr eigenes Verhalten und lernten durch ihre Beobachtungen das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer (Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer) besser kennen.

Dieses Konzept moderner Verkehrserziehung stellt die Forderung auf, dass Kinder sich nicht nur den Erfordernissen des Straßenverkehrs anpassen sollen, sondern umgekehrt der Verkehr auch an die Bedürfnisse der Kinder angepasst werden muss. Die Empfehlungen der Schülerinnen können dazu beitragen, Unfällen vorzubeugen, wie beispielhafte Projekte die in Dänemark durchgeführt wurden bewiesen haben.

2. Methoden der Schulwegerforschung
Zur Ermittlung der Schulwege trugen alle Kinder ihren Schulweg in vergrößerte Stadtpläne ein. Sie erforschten in Kleingruppen problematische und gefährliche Orte auf ihren Schulwegen von der Schule bis zur Haustür. Zur Dokumentation wurden von diesen Orten Fotos mit der Sofortbildkamera gemacht. Es wurden Ampelphasen gemessen und die Breite der Gehwege auf ihre Kinderfreundlichkeit überprüft.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat Kriterien für die Breite von Fuß- und Fahradwegen entwickelt und Empfehlungen für die Länge von Rot- oder Grünphasen der Ampeln. Bespielbare, d.h. kinderfreundliche Fußwege sollten mindestens 2,50 m breit sein. Die Rotphasen an den Ampeln sollten nicht über 40 Sekunden lang sein, da zu lange Wartezeiten nicht zumutbar sind und zum Überqueren der Fahrbahn bei Rot animieren. An Verkehrsknotenpunkten können höchstens 60 Sekunden akzeptiert werden. Die Kinder haben nachgemessen und die Zeiträume, in denen die Ampelschaltungen umsprangen, notiert. Im Klassenraum wurden Verkehrssicherungspläne erstellt, auf denen die Problem- und Gefahrenzonen markiert wurden und Verbesserungsvorschläge eingetragen wurden.
Die Ergebnisse wurden in einer Ausstellung dokumentiert und am 04.07. 2003 - von den Schülerinnen und Schülern selbst - einem Vertreter des Bezirksrats (Herr Tydecks) und der Presse vorgestellt. Die Sichtweisen und die von den Kinder aufgedeckten Mängel auf ihren Schulwegen sollen dem Bezirksrat, dem Schulamt, dem Tiefbauamt und der zuständigen Polizeistelle in einem Bericht übermittelt werden. Die Antwort der Entscheidungsträger wird den Schülerinnen und Schülern mitgeteilt und ihnen wird damit transparent gemacht, wie die Verwaltung und Politik zu ihren Ergebnissen und Beschlüssen gekommen ist. Die Kinder erfahren so, dass ihre Aktivitäten und ihr Engagement Beachtung findet und sie in kommunale Entscheidungsprozesse einbezogen werden.

3. Ergebnisse der Schulwegerforschung

1.Nieschlagstraße - Ecke Davenstedter Straße: Die Verkehrsführung ist schwer erkennbar. Eine Anhäufung vieler Straßenschilder macht die Situation für Kinder unübersichtlich. Die Verkehrssituation im Kreuzungsbereich ist für die Mädchen und Jungen auch deshalb unübersichtliche, weil neben Autos, Fußgängern und Radfahrern hier auch Busse und Bahnen fahren.

2.Anfang der Fußgängerzone Davenstedterstraße/   Nieschlagstraße:  Als besonderer Gefahrenpunkt wurde der Übergang der Davenstedter Straße in die Fußgängerzone benannt. Am Anfang der Fußgängerzone biegt der Bus von der Nieschlagstraße rechts in die Davenstedter Straße ein (Haltestelle Nieschlagstraße). Der einbiegende Bus wird von der Davenstedter Straße aus schlecht gesehen. Die Schüler und Schülerinnen haben schon häufig selbst erfahren und beobachtet, das Passanten gerade noch dem Bus ausweichen konnten.

3.Haltestelle Nieschlagstraße: Bemängelt wird, dass es keine Abgrenzung zwischen Bürgersteig und den   Straßenschienen gibt. Durch die fehlende Unterscheidung zwischen  Fußweg und  Straßenraum fühlen sich die Kinder gefährdet, weil die Fußgängerzone häufig auf diesem Abschnitt der Davenstedter Straße befahren wird. Kritisiert wurde, dass im Bereich der Fußgängerzone radgefahren werden darf und häufig Autos unerlaubt parken.

4.Fußgängerzone in der Davenstedterstraße: Das Fahrverbot für PKW's wird in der Fußgängerzone oft missachtet. Hier wird auch das zu schnelle Fahren der Autos bemängelt.

5.Beethovenstraße/ Davenstedterstraße: Eine Ursache für das Befahren der Fußgängerzone wird in der unzureichenden Absperrung der Beethovenstraße zur Davenstedterstraße  gesehen. Autos, die die Beethovenstraße in Richtung Davenstedterstraße entlang fahren, wenden häufig in der Fußgängerzone oder fahren durch die Fußgängerzone. Die Mädchen und Jungen wünschen sich, dass am Ende der Beethovenstraße Poller das Befahren der Fußgängerzone verhindern.

6.Nieschlagstraße Ecke Wittekindstraße: Das hohe Verkehrsaufkommen und die schon häufig erfahrene Unachtsamkeit der Autofahrer - es wird nicht für Kinder gehalten - veranlasst die Mädchen und Jungen einen Zebrastreifen zu fordern.
Hier führt der Schulweg vieler Kinder entlang. Ein Stopschild und ein Hinweis auf
Schulkinder wäre angebracht.

7.Lichtenbergplatz:  Die Küchengartenstraße führt direkt zur Grundschule am Lindener Markt und ist der Schulweg vieler Kinder. Alle vom Lichtenbergplatz abgehenden Straßen sind durch Zebrastreifen    gesichert, außer die Küchengartenstraße. Die Mädchen und Jungen    wünschen sich einen Zebrastreifen, als Absicherung ihres Schulwegs.

8.Badenstedterstraße/ Verkehrsinsel: Von links kommende Autos können nicht gesehen werden, weil parkende Autos die Sicht versperren. Das Parkverbot muss konsequent durchgesetzt werden und eventuell ausgeweitet werden.

9.Ampelanlage Fössestraße/ Selmastraße: Die gemessene Rotphase ist zu lang (1  Minute und 10 Sekunden). Nach Beobachtungen der Kinder gehen viele Erwachsene und Jugendliche bei „rot" über die Straße. Sie werden durch die sehr lange Wartezeit dazu verleitet - Kinder folgen dann leicht dem schlechten Vorbild.
Passanten, die am Ende der Grünphase die Fahrbahn überqueren kommen nur bis zur Hälfte der Fahrbahn bei „grün", wurde von den Kindern bemängelt. Die Mädchen und Jungen fordern vor allem eine kürzere Rotphase.

10.Am Lindener Berge: Vor der IGS fehlt ein Zebrastreifen, oder eine Ampelanlage.
Die Straße Am Lindener Berge wird viel und schnell befahren. Schüler und Schülerinnen der IGS überqueren die vielbefahrene Straße häufig, um zum Kiosk oder der Bushaltestelle auf der anderen Straßenseite zu kommen.

11. Gartenallee/ Stephanusstraße: Die Mädchen und Jungen finden die Überquerung des Kreuzungsbereichs schwierig. An dem Zebrastreifen im Kreuzungsbereich in der Stephanusstraße halten nicht alle Autofahrer für Schülerinnen und Schüler, die die Straße überqueren möchten.

12.Davenstedterstraße/ Erichstraße: Auf dem Fußweg gibt es keinen Fahrradweg. Die Radfahrer müssen auf der Straße fahren, das wird als gefährlich eingeschätzt, weil die Straße vielbefahren wird. Vorschlag: Verbreiterung des Fußweges um einen Radweg.

13.Die Brücke über den Schnellweg Am Lindener Berge finden die Mädchen und Jungen gefährlich, weil die Brüstung zu niedrig ist und die Verstrebungen zu weit auseinander stehen.

14.Posthornstraße: Autos parken auf dem Radweg,    obwohl hier ein Parkverbotsschild ist.

15.ln der Weberstraße stehen Autos auf dem Fußweg. Sie versperren Fußgängern den Weg.

16. Badenstedterstraße/ Egestorfstraße: Der Fußweg wird durch die Gemüsestände des Kiosk an der Straßenecke sehr verschmälert. Die Schülerinnen schlagen vor mit dem Besitzer zu sprechen.

17. Kirchstraße/ Davenstedter Straße: Falschparker im Kreuzungsbereich behindern Schülerinnen und Schüler beim Überqueren der Straße. Sie werden zur Gefahr, weil sie die Sicht auf den fließenden Verkehr versperren. Vorschlag der Kinder: Poller aufstellen.

letzte Änderung: 01.02.2003


An Beispielen werden die Schulwegprobleme und Verbesserungsvorschläge gezeigt.

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Perfekt vorgetragen
Nieschlagstraße - Ecke Davenstedter Straße: Die Verkehrsführung ist schwer erkennbar.


Jeder Schüler trägt einen Problembereich vor.


Glückwunsch zur Arbeit an Frau Koller durch die Bezirksbürgermeisterin B. Knoke