Neu (und alt) im Stadtbezirk Linden-Limmer: Pariser Platz Jetzt ist es offiziell: Pariser Platz ist der neue Name des Platzes, auf den im Stadtteil Linden-Limmer die Straßen Dieckbornstraße, Teichstraße, Davenstedter Straße, Egestorffstraße und Kirchstraße zulaufen.
Bezirksbürgermeisterin Barbara Knoke enthüllte am Freitag 27. August zur Platzbenennung das neue Straßenschild. Mit der Benennung des Platzes nach der französischen Hauptstadt soll die bereits umgangssprachliche Bezeichnung "Pariser Platz" für diesen Ort übernommen werden. Bodo Dringenberg aus der Konkordiastraße
erfreute alle anwesenden mit netten Anekdoten, die er im Laufe der Zeit aufgeschrieben hat. Eine ging so: "Nach einigen Bierchen entlockte ich (Dringenberg) in der Gaststätte Exil am Pariser Platz einem Gast diese Geschichte: 'Ein Hundebesitzer, der seinen Hund "Pariser" getauft hatte, rannte nachts umeinander und befahl seinem Hund lautstark: 'Pariser, Platz!'. Und weiter: 'Eine junge Dame wollte unbedingt schwanger werden, der Freund wollte es mit einem 'Pariser' aus
Naturdarm verhindern, die junge Dame seufzte flehentlich:'Pariser, platz!'. Am wahrscheinlichsten ist natürlich die Erklärung, daß sich Lindener an Pariser Plätze erinnerten, auf die sternförmig die Straßen zulaufen." Klaus Öllerer, nach Texten von Jürgen Wessel und dem Presseamt der Stadt Hannover letzte Aktualisierung:14.08.2004 Bilder: Jürgen Mineur, Horst Knoke Jonny Peter schrieb uns folgende Erklärung: Ich habe zur Benennung des Pariser Platzes eine etwas andere Erklärung gefunden. Im kleinen Heft "Hannoversche Wahrzeichen" des
Heimatbundes Niedersachsen, Hannover 1953, 2. Auflage, Selbstverlag, steht unter Punkt 300: " Pariser Platz in Linden. Volkstüml. Bezeichnung für den durch verschiedene Straßeneinmündungen (Egestorff-, Teich-, Dieckborn- und Davenstedter Straße) gebildeten Platz. Hier lag der Hof des Landwirts und Senators Lampe (Mitglied des ersten Magistrats von Linden, 1885); von Beruf urspr. Kürschner, hatte er zeitweilig auch in Paris gearbeitet; daher die Benennung." Soweit diese Quelle.
Ich war damals natürlich noch nicht dabei, kann die Korrektheit also nicht beurteilen. 01.09.2004 Dieter Kist schrieb uns folgende Erklärung:
Hiermit möchte ich mich an der Ursprungsforschung zum Pariser Platz beteiligen. Der in Jahrhunderten über Generationen von den Anwohnern Lindens nicht vergessene Name dieses Platzes hat sich mit Sicherheit in Funktion, Form und Bebauung verändert; auch scheint die begriffliche Bedeutung verloren gegangen zu sein. Den Bezug zur französischen Hauptstadt möchte ich allerdings in Frage stellen. Bär, Bere und andere, -in diesen Fall Pari-, stehen meines Erachtens für Barrieren, Grenzen, Schutz; das Suffix: sen für sehen; also
alles zusammen für Grenzbeobachter. Ob die Grenzer am Rande des Ursprungsdorfes, dessen Mittelpunkt die Kirche (heute Martinskirche) war oder von einem weiteren Zentrum aus die Grenzen des etwas größeren Linden beobachteten, möchte ich offen lassen. Im "FAUST buntes Linden Buch" (1995) Seiten 37-39 und auf meiner Homepage www.hannover-kist.de (2000) habe ich unter: "Geschichte Hannover - 7.) Grenzen: Bären, Eiche, Ecke, Ricklingen, Reden" das Thema bearbeitet. Dort geäußerte Überlegungen treffen auch auf den Pariser Platz zu. Langsam scheinen sich die dort fixierten Ideen -unter anderem "Zum Schwarzen Bären" (auch auf Grund der Recherche von Herrn Jürgen Wessel)- in Linden rumzusprechen. Mit freundlichen Grüßen Dieter Kist 12.09.2004 |