Phänomen Infofläche: Was ist das ? Überall im Stadtteil gibt es Flächen, die als beliebte Stellen für Suchen-Tauschen-Finden benutzt werden. Viele hängen ihre Zettel mit Wünschen und Kontaktadressen einfach an Stellen, wo schon welche hängen. Dieses Phänomen ist besonders ausgeprägt an der Limmerstraße. Nirgendwo sonst in Linden/Limmer wird derart häufig davon Gebrauch gemacht. (Wir berichteten
bereits darüber. -> mehr) So eine Fläche von hoher Beliebtheit ist die Wand neben der Sparkasse an der Limmerstr., Ecke Köthnerholzweg. Über Jahre hinweg hat sich hier ein Ort gebildet an dem in zunehmenden Maße Infozettel angebracht wurden. Interessierte stehen davor und studieren aufmerksam die Anzeigen und Infos. Adresszettel zum Abreissen werden mitgenommen. Doch plötzlich gegen Ende Juni diesen Jahres war alles vorbei. Die Fläche erschien gesäubert und neu angestrichen. Fortan wurde jeder neue
Zettel umgehend spätestens am nächsten Tag entfernt. Doch es gab Widerspruch. Mehrmals hintereinander, prompt nach dem Entfernen, hieß es auf einem neuen Zettel: "Hier konnte man Wohnungen suchen, Kitaplätze anbieten, Mitbewohner suchen, Verlorenes melden, Konzerte ankündigen..... Wieso jetzt nicht mehr ?" Ein Telefongespräch
von hallolinden.de mit dem Hauseigentümer, der Zusatzversorgungskasse Hannover, brachte Aufklärung. Der Eigentümer empfindet die Infowand als Verschmutzung und Verwahrlosung seines Eigentums und das auch noch ohne Erlaubnis. Das ist verständlich. Wer möchte schon, dass sein Eigentum von wildfremden Leuten als Plakatfläche benutzt wird. Man stelle sich nur vor, dass würde mit dem eigenen Auto geschehen. Das
würde wohl kein Autobesitzer tollerieren wollen. Andererseits ist die infofläche auch wie eine natürliche soziale Veranstaltung. Suchen, tauschen, finden und informieren wird gemacht. Kommunikation wird gesucht und findet statt, überwiegend lokal bezogen. Es wendet sich an diejenigen, die vorbeikommen. Als Verwahrlosung muß
man es nicht empfinden. Ich bin selber in der Müllinitiative hier in Linden-Nord aktiv und empfinde dieses auch nicht als Vermüllung. Ein Kompromiss ist in Sicht. Der Eigentümer hat nun angeboten die Infofläche zuzulassen, wenn sie betreut würde. Es müßte z.B. Regeln geben, dass nur leicht entfernbarer Klebestreifen verwendet
würde und kein Kleister oder gar Farbsprühdosen zur Anwendung kommen. Am letzten Dienstag berichtete Radio Flora von den Vorgängen rund um diese Wand. In ihrer 14tägigen Sendung "WILD AT HEART - Pop und Leidenschaft" hatten die beiden Macherinnen Sarah und Julia dieses zu ihrem Schwerpunkt gewählt und luden mich kurzerhand als Studiogast ein. Vierzehn Tage vorher hatten sie eine Umfrage vor der Infowand durchgeführt. Dabei erfuhren sie, dass es eine breite Zustimmung für den Erhalt dieser Infowand unter den Passanten gibt. Eigentlich ist eine Lösung auch recht einfach. Es muß nur jemanden geben, der diese Infofläche betreut. Das ist hier durchaus als Aufruf zu verstehen. Wenn jemand diese Aufgabe
übernehmen möchte, so kann er sich an halloLinden.de wenden. Klaus Öllerer letzte Aktualisierung:14.08.2004 |