Do., 27.05.2004 - In letzter Zeit machten schlimme Formen von Gewalt von jugendlichen
Intensivtätern in Hannover und auch in Linden gleich mehrfach von sich reden. Nun haben Polizei und die Berufsbildende Schule Handel (BBS 11) eine bisher einmalige "Aktion gegen Gewalt" durchgeführt. Dadurch soll das Bewusstsein der Jugendlichen für friedliche Konfliktlösungen gestärkt und Gewalt abgelehnt werden. Nur beteiligte Schüler und wenige Lehrer waren eingeweiht. Beim Wortwechsel im Schulgebäude
ging es um Eifersucht. Der Wortwechsel eskalierte. "Ich krieg deine Freundin 'eh noch !" Das war dann das Startsignal zur Schlägerei auf dem Schulhof. Die Streithähne stürzten aufeinander zu. Doch sofort waren andere Schüler zur Stelle und warfen sich dazwischen. Es gab allerdings vereinzelt auch die Tendenz die Kämpfenden anzufeuern und selbst mitzumachen. Die meisten umstehenden Schüler nahmen das Gerangel jedoch kaum zur Kenntnis. Der aufsichtführende Lehrer versuchte zu
beruhigen. Da ihm dieses nicht gelang rief er über Handy die Polizei, die auch umgehend erschien und die Gewalt beendete. Diese Szene wurde beobachtet von einer sehr interessierten Schar von Presseleuten. Die Regie hatte für gute Beobachtungsplätze gesorgt. Anschließend fand mit allen Schülern der BBS11 eine große Veranstaltung
statt. Nach anfänglichem Zögern beteiligten sich immer mehr Schüler an der Diskussion. Gewalt wurde einhellig verurteilt. Im Wiederholungsfalle könnte vielleicht überlegt werden solch eine Aktion in folgenden Punkten zu verändern: Die Schlägerei sollte wie eine richtige Schlägerei aussehen. Es erscheint mir verständlich, dass kein Schüler die Polizei rief. Es sollte vielleicht eine Schule ausgewählt
werden, die ernsthaftere Probleme mit Gewalt hat als die BBS11. Insgesamt gesehen spricht diese Aktion gegen Gewalt für einen engagierten und kreativen Umgang mit diesem Thema durch Polizei und Schule. Klaus Öllerer letzte Änderung: 31.05.2004
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