Bericht 71-03

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Die., 30.12.2003, Ihme-Zeitung:
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Ist das Kopftuch wirklich Gottes Wille?


Impressionen und Befragungen von Ingeburg Peters

Das Bundesverfassungsgericht hat den Ländern anheim gestellt, das Tragen von Kopftüchern an Schulen per Gesetz zu regeln, notfalls zu verbieten. Die Haltung der Bundesländer in dieser Frage ist uneinheitlich. Einige bemühen die Neutralität des Staates gegenüber Religionen, die auch in Schulen gelten und ziehen daraus unterschiedliche Schlussfolgerungen. Andere verweisen auf die Gefahren des Islam, der im öffentlichen Dienst nichts zu suchen habe. Manche Bundesländer wollen Gesetze gegen das Kopftuch im Unterricht einleiten, andere nicht oder haben sich noch nicht entschieden. Niedersachsen hat bereits erklärt, dass es das Tragen von Kopftüchern im Unterricht nicht zulassen wolle.

Was bedeutet nun das Kopftuch für die beteiligten Menschen: Ist es Symbol der Unterdrückung, gar für einen fundamentalistischen Islam, von dem Terror droht? Oder ist es nur eine persönliche und private Entscheidung der Trägerin? Droht ein neues Berufsverbot, wie in den 60er und 70er Jahren, als an deutschen Schulen vor allem Mitglieder bestimmter Parteien an deutschen Schulen mit einem Berufsverbot belegt waren?

Diese und weitere Fragen rund um die Bedeutung des Kopftuchs möchten wir in einer offenen Diskussion mit unseren Leserinnen und Lesern erörtern. Jede/r ist eingeladen, sich mit eigenen Diskussionsbeiträgen zu beteiligen und dadurch zu einem kontroversen und bereichernden Gespräch beizutragen. Einsendungen an: Herausgeberin Ihme-City-Zeitung, Lenaustr. 12a, 30169 Hannover, Fax: 05 11 - 152 02, Mail: peters@regionalmedien.de

1. Karla Schumann befragte gläubigen Moslem
"Frauen sollen ein Kopftuch tragen, weil es Gottes Wille ist. Bedeckt werden die Haare, die Stirn und der Hals. Dass Frauen ein Kopftuch tragen, steht nicht nur im Koran, sondern es stand auch mal in der Bibel. Im Alten Testament, bei Adam oder auch Abraham, stand geschrieben, dass es auch Gottes Wille sei. Diese Verse wurden aber mit der Zeit verändert, da man glaubte, dass es nicht so wichtig sei.

So weiß heute kaum noch einer, was Gottes ursprünglicher Wille ist. Der Koran ist die 'aktuellste' aller Schriften und ist am Richtigsten. Jede Frau kann selbst entscheiden, ob sie ein Kopftuch tragen möchte oder nicht, doch wer an ein Leben nach dem Tod glaubt, sollte Gottes Regeln lieber befolgen. Ist es nicht Gottes Wille gewesen, so hat man doch nachher nichts verloren, trägt man es jedoch nicht und es war sein Wille, so kann einem möglicherweise der Weg in den Himmel oder ein Leben nach dem Tod verwehrt bleiben. Meine Frau und Tochter tragen ein Kopftuch. Die praktischen Seiten des Kopftuchs sind Nebensache. So gehört zum Beispiel der Schutz vor Hitze, Kälte oder Staub nicht zu den Gründen, die eine Frau veranlassen, ein Kopftuch zu tragen.

Das Verbot des Kopftuch-Tragens im Unterricht ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Jeder darf sich kleiden, wie er möchte. Man kann ja auch keinem Menschen verbieten, eine Hose zu tragen. Ein Kopftuch hat außerdem keinerlei Einfluss auf die Schüler. Lehrer sind auch keine Vorbilder für die Schüler. Wären Lehrer Vorbilder, so gäbe es keine Konflikte zwischen Schülern und Lehrern. Frauen werden nicht gezwungen, ein Kopftuch zu tragen. Sie können frei entscheiden. Außerdem hat die Frau, wie im Koran beschrieben, sehr viele Rechte: Sie muss nicht arbeiten und sie soll den Haushalt nicht allein führen. Dabei soll der Mann ihr helfen. Leider wird der Koran häufig nicht mehr richtig gelesen und viele dieser Regeln werden missachtet. Dadurch denken viele Menschen, besonders aus anderen Kulturkreisen, die Frauen werden unterdrückt. Häufig haben sie damit auch recht. Der Koran schreibt es aber ganz anders vor, selbst viele, die meinen zu glauben, lesen nicht richtig."

2. Studentin
"Es gibt zahlreiche Ungereimtheiten in Sachen Kopftuch. Seit meinem 8. Lebensjahr trage ich als Muslime das Kopftuch. Ich machte mein Abitur mit Note Eins und studiere ein Fach, bei dem die Studentenschaft streng nach höchsten Qualitätsansprüchen ausgesiebt wurde. Wenn ich nun mit Kopftuch nicht Lehrerin werden darf, hätte man mir das früher sagen müssen, dann wäre meine Familie in ein anderes Land ausgewandert, wo das Kopftuch erlaubt ist."

3. Akademikerin
"Ich beschäftige seit Jahrzehnten eine Angestellte mit Kopftuch. Ich lasse ihr das religiös bedingte Tuch, sowie ich ihr das Zigarettenrauchen in der Pause lasse, da ich mich nicht bemüßigt fühle, meinen Angestellten Verbote zu erteilen.

Andererseits finde ich schon, dass die Moslems sich eingliedern sollten. Wobei meine eigenen Erfahrungen als alleinstehende Frau mit dieser Gesellschaft grausig genug sind. Ich wohnte lange Zeit in einem Einfamilienreihenhaus, hatte keine Vorhänge vor den Fenstern und einen japanischen Garten angelegt. Es spottet jeder Beschreibung, wie ich wegen dieser kleinen individuellen Abweichungen dort behandelt wurde. Das ging bis zu der Äußerung: "Sie asoziale Kuh". In Deutschland wird schnell alles verunglimpft, was anders ist. Minderheiten müssen hier Spießruten laufen, und in Hannover scheint es mir sogar doppelt so schlimm zu sein wie beispielsweise in Süddeutschland. Wer auch nur etwas anders lebt, wird attackiert. Diese Haltung ist zu kritisieren. Allenthalben ist Radikalität festzustellen. Wenn ein "netter Hitler" käme, würde er meiner Meinung nach sofort gewählt. Die Mentalität des deutschen Herrenmenschen ist nach wie vor vorhanden."

4. Islam-Konvertit
"Manchmal erscheint mir das Kopftuch wie ein Ganzkörper-Kondom, unter dessen Schutz junge Mosleminnen offen flirten."

5. Moslem-Ehefrau
"Die Heuchelei unter den Moslems ist enorm. Tagsüber die Riten einhalten und nachts Pornos gucken, ist durchaus normal."

6. Auszubildende
"Steht das in unserem islamischen Koran, das mit dem Kopftuch? Ich habe ihn nie gelesen."

7. Hauptschullehrerin
"Wenn muslime Eltern zu mir kommen und sagen, ihre Tochter könne frei entscheiden, ob sie zu einer Klassenfahrt mitfährt, die Tochter dann aber aus Angst vor dem Druck der Eltern absagt, dann überzeuge ich die Eltern, dass sie dem Kind schaden, wenn sie es ausgrenzen."

8. Geschäftsfrau
"Die Sippenwirtschaft unter Moslems ist für uns Andersgläubige häufig undurchsichtig. Jemand kennt da einen anderen und der wieder dessen Tante, die mit dem und dem zur Schule gegangen ist. Diese stille Post funktioniert auch in der Moschee und in deren Umkreis. Andeutungen werden für Aufträge gehalten, ein Unwohlfühlen gleich als Ablehnung interpretiert.
Merkwürdig finde ich, dass Moslem-Frauen das Kopftuch tragen sollen, die Männer aber kaum noch Fez und ungeschnittene Haare. Ich dachte, das schreibt der Koran auch vor."

9. Ali G. im Alltag...
Der unter Moslems beliebte Vergleich von Frauen und Pferden wird in der Viva-Sendung "Ali G" hiphopmäßig veräppelt. Aber der allergrößte Witz ist dann doch, dass er tatsächlich im moslemischen Männeralltag angewendet wird. Ein weibliches Redaktionsmitglied wurde bereits von einem Moslem mit einem edlen Pferd verglichen. Nun ja, immerhin hat jedes dritte "Fohlen" in Deutschland einen ausländischen Elternteil.

Ingeburg Peters
Ihme-Zeitung Dezember 2003

Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung.

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