Bericht 66-03

Archiv

 Berichte

Berichtsübersicht 2003  ....1  ....2  ....3  ....4  ....5  ....6  ....7  ....8  ....9  ...10  ...11  ...12  ...13  ...14  ...15  ...16  ...17  ...18  ,,.19  ...20
...21  ...22  ...23  ...24  ...25  ...26  ...27  ...28  ...29  ...30  ...31  ...32  ...33  ...34  ...35  ...36  ...37 ...38  ...39  ...40  ...41  ...42  ...43 
...44  ...45  ...46  ...47  ...48  ...49  ...50  ...51  ...52  ...53  ...54  ...55  ....56  ...57  ...58  ...59  ...60  ...61  ...62  ...63  ...64  ...65  ...66 
...67   ...68  ...69  ...70  ...71  Berichtsübersicht 2002 und früher

Nur im Internet.

19.11.2003, 
5. Spaziergang durch Linden gegen die Abschaffung des Buß- und Bettages
Die Butjer-Route
 geführt von Uwe Glatz, Mitglied derRedaktion "Vor Ort"
zur Diskussion
Nach dem ersten Beitrag wird ein Diskussionforum eingerichtet.

Home
Berichte (Alle)

Uwe Glatz (li.) begrüßt die Demonstranten am Eingang zum Lindener Bergfriedhof:  "Hier befinden wir uns am ehemalig höchsten Punkt Hannovers - mit dem Titel schmückt sich heute die Müllkippe in Altwarmbüchen. Der Küchengartenpavillon links hat sich zu einer Kulturstätte entwickelt und ist täglich zwei Stunden geöffnet. Auf der rechten Seite befindet sich 89 Meter über dem Meeresspiegel die Kleingartenkolonie Lindener Alpen".

"Hinten rechts sehen Sie den Jazz - Club, oder wie er in den USA heißt, der Orange Club. Er gehört zu den 10 besten auf der Welt. Ein Stockwerk höher ist das Mittwoch:Theater, das mit superguten Kritiken den großen Häusern in Hannover oft den Rang abläuft. Einen herrlichen Ausblick über die Stadt hat man auf dem Wasserhochbehälter links, auf seinem Dach befindet sich die Geschwister Herschel Sternwarte. Ich habe von dort den Einschlag des Kometen Shoemaker Levy in den Jupiter beobachtet".

© Copyright

Die Inhalte angeführter Links und Quellen werden von diesen selbst verantwortet.

"Silvester ist auf der Wiese da drüben immer ein Volksauflauf, man sagt, dass hier niemand ohne ein Gläschen Sekt nach Hause geht.
Unter unseren Füßen befindet sich ein Stollen, der vor 100 Jahren als Eiskeller angelegt wurde. Im Winter wurde aus den Flüssen und Seen das Eis heraus geschlagen und hier gelagert, so konnten die Lindener im Sommer damit ihr Bier kühlen. Jetzt steht der Keller leer.
Auf dem Linder Berg wurde Kalk abgebaut und überall befanden sich Steinbrüche. Aus einem entstand das Stadion von Linden 07, das gleich rechts neben der Silvesterwiese liegt".


"Hinter uns befindet ist das älteste Haus Lindens. Hier war im Jahre 1698 das Zentrum des Dorfes Linden. Dort, wo jetzt die Gebäude der IGS Linden stehen, wurde in den 70er Jahren ein Stück Lindener Geschichte ausgelöscht. Es war der Standort des Kalbrennerhauses vom Kalk – Johann und hier begann das Zeitalter des  Industriestandortes Linden.Nun gehen wir den Berg hinunter bis zur Martinskirche, von den Weltkriegen reichlich ramponiert, wurde sie in den 70er Jahren mit dem eigenwilligen Charme dieser Zeit wieder aufgebaut."

"In den Ruinen im Park des Adelsgeschlechtes von Alten, dem Von - Alten - Garten, befand sich die Untere Gerichtsbarkeit. Hier wurden kleinere Delikte verhandelt und die Übeltäter mussten im Kerker, im Hundeloch, ihre Strafe abbrummen. Der Park ist jetzt städtisch."

"Unweit der Kirche befand sich auf dem Gelände der Familie von Alten der Friedhof. Doch der Platz wurde bald knapp und die Grabstätten wurden auf den Lindener Berg verlegt  Nur ein Grabstein der Familie Egesdorf erinnert noch an die
vergangene Zeit."

"Dies ist der Teil des Von – Alten – Gartens in dem das Schloß der Familie stand,  die 4 Tore werden abends verschlossen um den Park zu schützen. Hier finden im Sommer kulturelle Veranstaltungen wie Jazzkonzerte und kulinarische Feste statt, der Platz gibt eine phantastische Kulisse ab."

"Der Gedenkstein des Ritter Brühning von Alten am Eingangstor zum Park. Der Ritter wurde im Streit um seinen Jagdfalken ermordet. Die beiden Gebäude links und rechts vom Eingangstor wurden früher von den Bediensteten des Schlosses bewohnt."

Nun zum Lindener Markt. Langsam knurrt der Magen. "Der Nachtwächterbrunnen, überall als Lindener Symbol gehandelt, hat eigentlich keine große Bedeutung. Der Brunnen stand ursprünglich woanders, die Figur des Nachtwächters wurde von der Stadt Hannover günstig zum Verkauf angeboten und auf einen Sockel, der ebenfalls von einem anderen Brunnen stammt, gestellt."

"Wir stehen an der Stepahnusallee/Ecke Gartenallee, vor der Volksbank steht die Skulptur des Lindener Butjers - das Denkmal kniet, als würde es in einen Gully schauen. Das Original befindet sich im Wappen des Freizeitheims Linden. Hier, wo wir jetzt stehen, befanden sich die Pferdeställe für die Lindener Bier - Brauerei."

Auf dem Küchengartenplatz. "Dies war das Zentrum des Textilstandortes Linden. Hier war der Bahnhof Küchengarten, etwas weiter die Rampenstraße entlang lag der Kohlebahnhof, der durch einen Tunnel mit dem Heizkraftwerk verbunden ist."

"Wir stehen vor dem Theater am Küchengarten, hier war früher das Badezimmer Lindens. Die Arbeiter lebten in in derart beengten Verhältnissen, dass sie sich sogar ein Bett in zwei Schichten teilen mussten"

Der Spaziergang ist zu Ende. Noch ein letzter Blick auf das Toblerone - Haus, das beinah schon ein Lindener Wahrzeichen und Bestandteil der Butjer - Route geworden ist. "Jetzt wünsche ich uns guten Appteit im Gemeindesaal der Betlehemkirche"

Fotos/Text: evi.schaefer