Bericht 52-03

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So., 24.08.2003, Vor Ort:
Ist Linden jugendgefährdend ?

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Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser,

in jedem Jahr immer wiederkehrend, meist mit dem Beginn der so genannten „wärmeren Jahreszeit", häufen sich im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion West die Beschwerden von Bürgern über auffällige Kinder und Jugendliche auf öffentlichen Straßen, Wegen oder Plätzen (Grünanlagen pp.). Parallel dazu berichten auch die sog. Printmedien verstärkt und leider auch teilweise auf den Augenblickseffekt ausgerichtet, über spektakuläre Fälle aus den Bereichen Jugendkriminalität, Vandalismus durch Kinder und Jugendliche, Jugendbanden usw.

Am Beispiel des hier vorgestellten gemeinsamen Jugendschutzeinsatzes* von Stadt Hannover (Amt für Jugend und Familie), möchte ich Ihnen unsere Mitarbeiter und deren Aufgabenbereiche im Zusammenhang mit der Jugendkriminalität einmal näher vorstellen! Wenn Sie oder Ihre Familienangehörigen, Freunde usw. Probleme haben, Beratung brauchen oder Beschweren in Bezug auf Kinder und Jugendliche äußern möchten, bitten wir Sie darum, mit uns Kontakt aufzunehmen!
Bei der Polizeiinspektion West mit Sitz in Linden, Gartenallee Nr. 14, bearbeitet ein Team von speziell ausgebildeten Mitarbeitern wie z.B. Jugendkontaktbeamte, Jugendermittler, Kontaktbeamte und der Beauftragte für Jugendsachen, alle Problemstellungen rund um das Thema Jugendkriminalität.

Im Bereich der polizeilichen Vorbeugung (Prävention) sind wir mittlerweile feste Gesprächs und Ansprechpartner in vielen Schulen unserer Stadtteile; wir bieten hier beispielsweise Unterrichte, Informationsveranstaltungen   etc. etwa zu Themen wie Drogen, Gewalt, Zivilcourage usw. für Kinder und Jugendliche ab dem Grundschulalter aufwärts an.

Wir beteiligen uns aktiv in diversen Präventionsgremien in Linden, wie z.B. dem Präventionsrat Linden-Limmer, dem Stadtteilforum Linden-Nord bzw. -Süd und verschiedenen anderen Gesprächsrunden. Hier können sie Ihre Probleme ebenfalls schildern, wenn Sie nicht direkt zur Polizei gehen möchten.
Natürlich sind wir in unseren Stadtteilen fast täglich auf Spielplätzen, in Grünanlagen und an Orten auf die uns Bürger Hinweise gegeben haben präsent; wir können aber leider nicht zu jederzeit an jedem Ort gleichzeitig sein, dazu sind unsere personellen Ressourcen „rund um die Uhr" nicht immer ausreichend. In vielen Fällen müssen wir auch sog. „Soforteinsätze" vorrangig bearbeiten, d.h. hier liegen konkrete Gefahren für das Leben oder die Gesundheit von Betroffenen vor, die ein sofortiges polizeiliches Handeln erfordern.
Auf dem Gebiet der Jugendkriminalität sind die Fallzahlen in Deliktsbereichen wie Raub, Körperverletzung, Erpressung, Bedrohung usw. erfreulicherweise in unserem Zuständigkeitsbereich rückläufig, die Aufklärungsquote ist hier steigend; bei den sog. „leichteren Delikten" wie Sachbeschädigung, einfacher Diebstahl, „Schwarzfahren" usw., stagnieren die Fallzahlen leider immer noch auf einem zu hohen Niveau.
Wir versuchen grundsätzlich immer konsequent, unter Ausschöpfung aller uns zur Verfügung stehenden rechtlichen Möglichkeiten, gegen die wenigen wirklich stark kriminellen Kinder und Jugendlichen (ca. 5-7 % aller hier auffällig gewordenen minderjährigen Tatverdächtigen) vorzugehen und prüfen immer auch Maßnahmen in Zusammenhang mit den verantwortlichen Eltern als Sorgerechtsinhabern. Dazu gibt es mittlerweile eine enge Kooperation mit dem Jugendamt der Stadt Hannover, wir arbeiten hier ebenfalls sehr gut mit Jugendeinrichtungen aller Art und unseren Schulen, die oft auch unter diesen Personen und deren kriminellen Handlungen leiden müssen, zusammen.
Die anderen Kinder und Jugendlichen, häufig sog. „Mitläufertypen" oder Minderjährige die nur mal sporadisch kriminell auffällig werden, versuchen wir mit Gesprächen, Beratungen unter Beteiligung von Eltern usw. davon zu überzeugen, normabweichendes Verhalten zu unterlassen; die jeweiligen Ermittlungsverfahren (Strafverfahren) werden aber ebenfalls konsequent geführt und nach Abschluss der Ermittlungen an die Justiz weitergeleitet.
Wir möchten Sie bitten, uns bei Problemen in dem beschriebenen Sinne, möglichst frühzeitig zu informieren; nur dann sind konstruktive und frühzeitige Reaktionen unter Beteiligung aller Institutionen möglich.
Nutzen Sie bitte unseren Bürgerservice, wir beraten Sie neutral und unter spezieller Berücksichtigung des jeweiligen Einzelfalles; bei uns bekommen Sie in jedem Fall eine Rückmeldung, was aus Ihrem Anliegen geworden ist und wer Ihr Ansprechpartner ist!
Thomas Ganz, Jugendbeauftragter

Vor Ort August/September 2003, Ausgabe 17
Die Veröffrentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung.
letzte Änderung: 16.08.2003

*) Verweis auf einen anderen Artikel in der gleichen Vor Ort -Ausgabe
halloLinden berichtete über dasselbe Ereignis ->
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Thomas Ganz, Bauftragter für Jugendsachen der Polizei

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