Bericht 27-03

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Fr., 17.04.2003, Neulindenerin Monika Ganseforth:
Liebeserklärung an Linden

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Liebeserklärung an Linden

Vor einiger Zeit bin ich aus Neustadt am Rübenberge nach Hannover, genauer gesagt nach Linden gezogen. Und ich habe mich in den Stadtteil verliebt.

Es stimmt natürlich: Es liegt und fliegt zu viel Dreck herum. Das Grafitti stört. Am schlimmsten finde ich den Verkehr: an das Rauschen von den Verkehrsadern und vom Westschnellweg, das einen belästigt, werde ich mich wohl nicht gewöhnen. Die Autos, die überall „parken", sind eine Plage. (Wie schön muß Linden gewesen sein, als nicht jeder glaubte, ein Auto besitzen zu müssen!) Nur: sind wir Lindener es nicht selber, die zu diesen Kehrseiten des Stadtteils beitragen?

Was mich jedoch so fasziniert ist die Vielfalt, die Kreativität und Lebendigkeit von Linden. Die Tradition der alten Arbeiterbewegung mit den Angeboten für solidarische Hilfe, für Bildung, Unterhaltung und Kultur ist noch allenthalben zu entdecken. Es ist einfach spannend, durch die Straßen und über die Plätze zu gehen und das Leben und Treiben der Menschen zu beobachten.

Die Einkaufsmöglichkeiten lassen keine Wünsche offen. Wunderbar sind die Märkte. Es gibt nichts, was man nicht „um die Ecke" bekommt. Im Stadtteil gibt es alle Dienstleistungen, die man sich vorstellen kann wie Schlüsseldienste, Änderungsschneidereien, Waschsalons, Buchantiquariate, Poststellen, Bau von Solaranlagen, Glasgestaltung, Fahrradläden, einen Recyclinghof usw.

Da ich alles im Stadtteil bekomme, konnte ich mein Auto abschaffen. (Keine Parkplatzsuche; kein Problem, wenn man ein oder mehrere Gläser Wein oder Bier getrunken hat; nie wieder TÜV oder Inspektionen mit den entsprechenden Rechnungen!). Ich habe mein Fahrrad aktiviert, bin Mitglied bei Ökostadt geworden (das Teilauto steht um die Ecke) und habe mir eine Monatskarte für Bus und Bahn zugelegt.
Wenn man sich erst einmal mit den Linienführungen und den Fahrzeiten vertraut gemacht hat, kann man sich in Linden, in der ganzen Stadt Hannover und in der Region „wie ein Fisch im Wasser" bewegen. Einfach genial!

Wunderbar sind die vielen Kneipen, Kaffees und Restaurants. Es gibt Köstlichkeiten aus allen Gegenden der Erde.
Besonders schön ist es im Frühjahr, wenn die Tische und Stühle rausgestellt werden und die Gartenlokale öffnen. Dann vergißt man fast den störenden Verkehr. Schön sind auch die Stadtteilfeste und Aktivitäten auf Straßen und Plätzen.

Kunst und Kultur gibt es an jeder Ecke in Linden: Malerei, Fotoateliers, Lesungen, Vorträge, alle Arten Musik, das Apollo-Kino, Kabarett, Theater.

Am meisten liebe ich es , durch die Straßen zu gehen, die schönen üppigen und die einfachen Fassaden der Häuser zu betrachten und einen Blick in die wunderschönen urigen malerischen Innen- und Hinterhöfe (soweit sie nicht zu Garagen umfunktioniert wurden) zu werfen. Wo gibt es sonst noch so interessante Hinterhäuser?

Sicher, es gibt perfektere, gepflegtere, wohlhabendere Stadtteile. Aber ich kenne in Hannover keinen lebendigeren kreativeren spannenderen Stadtteil. Linden hat nichts Spießiges und strahlt Toleranz und Solidarität aus. Die Mischung aus alten Lindenern, Menschen aus „aller Herren Länder" und Studierenden gefällt mir, auch wenn es manchmal ein Nebeneinander und kein Miteinander ist.

Lassen wir uns Linden nicht miesmachen! (Ich mag die Berichte darüber, was in Linden alles „auf der Kippe", steht nicht mehr lesen). Bekämpfen wir seine Schattenseiten! Erhalten und entwickeln wir seine Stärken!
Wir können stolz auf Linden sein, egal ob wir in Nord, Mitte oder Süd wohnen.

Monika Ganseforth
6.3.2003

letzte Änderung: 17.04.2003


Monika Ganseforth

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