Bericht 25-03

Archiv

 Berichte

Berichtsübersicht 2003  ....1  ....2  ....3  ....4  ....5  ....6  ....7  ....8  ....9  ...10  ...11  ...12  ...13  ...14  ...15  ...16  ...17  ...18  ,,.19  ...20
...21  ...22  ...23  ...24  ...25  ...26  ...27  ...28  ...29  ...30  ...31  ...32  ...33  ...34  ...35  ...36  ...37 ...38  ...39  ...40  ...41  ...42  ...43 
...44  ...45  ...46  ...47  ...48  ...49  ...50  ...51  ...52  ...53  ...54  ...55  ....56  ...57  ...58  ...59  ...60  ...61  ...62  ...63  ...64  ...65  ...66 
...67   ...68  ...69  ...70  ...71  Berichtsübersicht 2002 und früher

Nur im Internet.

Do., 03..04.2003, Stadtteilforum Linden - Süd, Thema: Methadonvergabestelle Deisterstraße
Schandfleck oder Notwendigkeit?
Zusammenarbeit und Aufklärung haben begonnen

zur Diskussion
Nach dem ersten Beitrag wurde ein Diskussionforum eingerichtet.

Home
Berichte (Alle)

Das Stadtteilforum Linden -  Süd traf sich im Bürgerhaus mit ca. 40 Teilnehmern zum Thema Methadonvergabestelle Deisterstr. 19. Eingeladen zum Gespräch waren:
Dr. Konrad F.Cimander, Praxis für  Drogenkranke
A. Lessing, Drogenbeauftragter LHH 
Lange,  PI West/PK Ricklingen

Es ist bekannt, dass die Deisterstr. um das wirtschaftliche Überleben kämpft. Es gibt ein gravierendes Imageproblem. Als besonderer Schandfleck verschrien, missverstanden und im Kreuzfeuer der Kritik: Die Methadonvergabestelle Praxis Dr. Cimander an der Deisterstr. 19.

Die Wut kochte auf dieser Sitzung hoch, als die Anlieger der Deisterstraße über die Zustände an der Methadonvergabestelle für Heroinabhängige  berichteten. Die Typen, die dort herumlungerten lockten doch nur Dealer an und vertreiben die Kundschaft von der Deisterstraße hieß es.

Der Unmut in Linden ist groß und kaum jemand weiß etwas über die Arbeit der Praxis für Drogenkranke, die an 365 Tagen im Jahr für ihre Patienten (communiti [Betreuung] der Sucht) geöffnet hat. Hier werden komplexe  substitutive (austauschende) Therapien  der verschiedensten Suchterkrankungen (u.a. auch Mager- und Spielsucht) durchgeführt, 88% der Patienten kommt täglich in die Praxis. Die Behandlung dauert ca. 6,2 Jahre, die Betreuung geht über Jahrzehnte. In der 11 Jährigen Praxiszeit ist noch kein Patient an seiner Suchterkrankung verstorben.
Etwa 1000 der 6000 Drogenabhängigen in Hannover (unter den ersten drei Plätzen in Deutschland!) werden in Linden behandelt und wohnen auch in hier. Wobei fest zustellen  ist, dass niemand wegen der Methadonvergabestelle nach Linden zieht. Diese Vergabestellen gibt es in allen Stadtteilen Hannovers.

Das große Problem mit der Außenwirkung: Herumlungernde Alkohl- und Drogenkonsumenten, Dazuläufer und Dealer – soziale Kontakte werden an der Deisterstraße 19 vor der Praxis gepflegt. Die Mehrzahl der dort Anwesenden gehört nicht zu den Patienten der Praxis, die zu 90%  gar nicht als solche erkannt werden!

Diese Problematik ist nicht aus dem Sichtfeld zu schaffen, dem Praxisinhaber und der Stadt Hannover sind rechtlich keine Mittel gegeben, den Aufenthalt dort zu verbieten.
Das Problem ist auch nicht mit polizeilichen Maßnahmen zu beheben. Es werden zwar täglich Kontrollen durchgeführt, aber man kann die Leute nicht einfach des Platzes verweisen. Bußgelder beim Auftreten von Straftaten zu verhängen ist bei dem sozialen Status der Klientel nutzlos.

Es ist nicht möglich in absehbarer Zeit einen anderen, geeigneten Standort für die Praxis zu finden.
Mit diesem Treffen im Bürgerhaus soll der Beginn einer gemeinsamen Zusammenarbeit zwischen Dr. Cimander, dem Forum, der Stadt und der Polizei starten.


Fotos/Text: evi. schaefer

© Copyright

Die Inhalte angeführter Links und Quellen werden von diesen selbst verantwortet.


Methadonvergabestelle Deisterstraße 19: An diesem Ort scheiden sich die Geister.