Bericht 2-03

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So., 05.01.2003:
Linden-Nord und seine Liebe zum Wilden Müll - Brennpunkt Selmastr.

Einleitung - Erster Schritt - Zweiter Schritt

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Linden-Nord ist etwas besonderes. Es hat eine Leidenschaft: Die Liebe zum Wilden Müll. Auch woanders wird diese Leidenschaft gepflegt, doch selten so intensiv wie hier.

Plätze, die nicht unmittelbar für andere Dinge benötigt werden, wie z.B. gehen, sitzen oder fahren, werden nahezu liebevoll dekoriert. Als Dekomaterial sind die Gelben Säcke besonders beliebt. Sie werden mit einst teuer erworbenem Inhalt gefüllt und rücksichtsvoll an Baumscheiben plaziert.

Gestört wird diese Verschönerung des Stadtteils nur durch den Abfallwirtschaftsbetrieb. Regelmäßig kommen unverständnisvoll dreinblickende Mitarbeiter vorbei und nehmen das ganze Dekomaterial einfach mit.

Das läßt sich der Lindener natürlich nicht gefallen. Nach kurzer Zeit steht neues Dekomaterial wieder am alten Platz. Und der Lindener ist mächtig stolz, es denen da oben mal wieder richtig gezeigt zu haben.

Es gibt natürlich auch Lindener, die das nicht wollen und den Baum, den Boden oder die Straße so lieben wie es geschaffen wurde.
Aber das sind sowieso keine richtigen Lindener (mehr), denn sie ziehen wahrscheinlich sowieso bald weg.

Halt - Stop - Mikrofon aus !
Korrektur: Natürlich gibt es Lindener, die nicht wegziehen und sich mit Engagement und Fantasie um eine alternative Dekoration in Linden-Nord bemühen.

Davon handelt dieser Bericht. Die Mitglieder der Bürgerinitiative "Wir für Sie - Sauberes Linden" bemühen sich seit einiger Zeit die überall anzutreffenden Dekomaterialien Gelber Sack, Kartons und Zeitungen in die richtigen Wege zu leiten.
Ziel ist es dabei vor allem eine Verhaltensänderung der Bevölkerung zu erreichen.

Derzeit wird ein Konzept für Brennpunkte entwickelt und ausprobiert. Bisher gab es schon einzelne Erfolge einfach durch Informationsblätter und Aushänge der Abholtermine in Hausfluren.

Derzeit kümmert man sich um die Baumscheibe in der Selmastraße, dicht an der Limmerstraße am Küchengarten.

Erster Schritt am Sa., 30.11.2002:
Verteilung der Information
"Wilder Müll" in der Selmastr.
Ca. 200 Zettel wurden in der Selmastr. in die Briefkästen verteilt.
In vielen Hausfluren hingen schon Müllkalender. Das Infoblatt wurde ausgehängt.
Es zeigte sich, daß in allen Häusern der GBH keine Müllkalender aushingen.

Fazit: In den folgenden Wochen gab es an der Baumscheibe deutlich weniger Wilden Müll.
Ob das ein dauerhaftes Ergebnis war ?

Darüber berichten wir demnächst und auch über den zweiten Schritt: Befragung in der Selmastr.

Klaus Öllerer
letzte Änderung: 05.01.2003

Wir für Sie - Sauberes Linden
Martina Kreinhacke
Tel.: 0511/451458


Selmastr. vor der Abholung und bald nach der Abholung: Das zweite Foto haben wir uns gespart, da beide Fotos fast identisch wären. ;-))

© Copyright

Die Inhalte angeführter Links und Quellen werden von diesen selbst verantwortet.


Nichts wie rein - mal sehen ob's wirkt.


Da freut man sich. Vorbildlich: Müllkalender in einem Hausflur in der Selmastr.


GBH - nirgends ein Müllkalender

Zweiter Schritt am Sa./Fr., 13./14.12.2002:
Befragung in der Selmastr.

Die Bewohner der zwei anliegenden Häuser an der Baumschweibe wurden mit einem selbst erstellten Fragebogen befragt.

11 Mieter waren anwesend und gaben bereitwillig Antwort. Die meisten gaben an sich an der Mülltrennung zu beteiligen und davon wieder die meisten stellen den Gelben Sack erst zum Abholtermin heraus.

Es zeigte sich jedoch, daß es einige Mieter gibt, die den Gelben Sack an die Baumscheibe stellen, sobald er voll ist.
Als Grund wurde teilweise angegeben, daß man ihn nicht in der Wohnung haben wolle. Anderen war es schlicht gleichgültig.

Was lernen wir daraus ? Nachbereitung:
Bei den Befragern entsteht Unmut. Diese Gleichgültigkeit nervt. Es gibt hunderte von Häusern in Linden Nord deren Mieter aktiv die Straße "dekorieren".

Hier gibt's doch Vertragspartner: Abfallwirtschaftsbetrieb, Vermieter, Mieter.

Es gibt die Öffentlichkeit und Politik: Parteien, Bezirksrat, Vereine, Zeitungen, etc. Warum läßt die Öffentlichkeit das zu und warum gibt es hier eigentlich noch nicht einmal Schilder: "Haltet Eure Stadt sauber !". Das gibt es sogar in der Dritten Welt.

Mir fällt meine Tochter ein. Sie erzählte mir von einer Freundin, die woanders wohnt und ihr folgendes sinngemäß erzählte:
"Immer, wenn ich nach Linden komme, werfe ich meinen Müll einfach so hin. Hier liegt ja schon so viel. Eigentlich finde ich das ja auch blöd."

Wir sind uns einig: Wir arbeiten nicht als Alibi. Wir wollen was verändern.

Der nächste Schritt wird uns zu den Vermietern führen.

Klaus Öllerer
letzte Änderung: 19.01.2003


Baumscheibe Selmastr. am 19. Januar 2003
Es hat sich nichts geändert: Information allein bringt's nicht.