Gemeinsamer Dringlichkeitsantrag An den Stadtbezirksrat, die Bezirksbürgermeisterin im Stadtbezirk Linden-Limmer, .- in die Sitzung am 26.02.03 / TISCHVORLAGE Hannover, den 26.02.2003
DRINGLICHKEITSANTRAG Gemäß § 11 der
Geschäftsordnung des Rates in die nächste Sitzung des Stadtbezirkes Linden-Limmer am 26.02.03 zum Thema:
GEPLANTER ABRISS DES WOHN- & GESCHÄFTSHAUSES LIMMERSTR. 10 DURCH DIE SPARKASSE HANNOVER Der Stadtbezirksrat Linden-Limmer beschließt: 1. Der Rat und die Verwaltung der Stadt Hannover nutzen alle
Möglichkeiten den durch die Sparkasse angekündigten Abriß des Wohn- und Geschäftshauses Limmerstr. 10 zu verhindern, solange nicht eine zeitnahe kurzfristige Bebauung des geräumten Grundstücks im Sinne des geltenden Bebauungsplanes sichergestellt ist. 2. In diesem Zusammenhang bereits erteilte Genehmigungen oder Zusagen der Stadtverwaltung werden unverzüglich zurückgezogen. 3. Der Verwaltungsrat der Sparkasse wird gebeten sich für eine Problemlösung im Sinne
einer zukunftsorientierten Planung einzusetzen und so für den notleidenden Einzelhandelsstandort hier eine Vorbildfunktion im Umgang mit „Problemimmobilien" zu entwickeln. Begründung: Die Sparkasse hat nach dem Erwerb der seinerzeit vollvermieteten Immobilie zu Erweiterungszwecken, diese Pläne schließlich aufgegeben, auch die Planungen, selbst als Bauherrin tätig zu werden. Sie sucht nach eigenen Angaben seit nun sieben Jahren vergeblich nach Investoren und
hat in dieser Zeit das Haus „entmietet" was so seit einigen Monaten leer steht. Gleichzeitig sind notwendige laufende Investitionen in das Gebäude unterblieben, so das der heutige schlechte Zustand in einer fehlenden Instandhaltung im Verlaufe des letzten Jahrzehnts durch die Eigentümerin Sparkasse selbst, zu suchen ist. - Diese ganz bewußten Unterlassungen können daher heute keinesfalls einen Abriß aus Sicherungspflichten begründen. Andererseits hat die Stadt Hannover in den letzten
Jahren mit Investitionen in Millionenhöhe dem Standort Limmerstraße einen Grundstock für eine zukunftsorientierte Entwicklung gelegt. Diese getätigten Investitionen gilt es nachhaltig zu sichern und zu schützen. - Insbesondere gegenüber Eigentümern deren Sichtweise bei der eigenen wirtschaftlichen Verwertung zu Ungunsten einer Gesamtentwicklung der Standorts endet! Das Nahversorgungskonzept für die LHH (CIMA
Herbst 2002) benotet diesen Bereich der Limmerstraße heute (noch) mit einer „glatten 4,0" und bemängelt: „Schwächen sind starke Trading-down-Tendenzen" und „negativ ist weiterhin, dass vorhandene Planvorhaben nicht umgesetzt werden, was die Investitionstätigkeit auch anderer Akteure lahmt". Die Gutachter empfehlen daher: „Erste Aktivitäten müssten den Leerständen gelten, indem z.B. Neuansiedlungen aktiv unterstützt werden, ein Leerstands- und Flächenmanagement initiiert
wird, die (Zwischen-)Nutzung der Leerstände für Ausstellungen, kreative Plakatwerbungen oder anderweitige Nutzung organisiert wird, um den beobachteten Trend zu unterbinden. Weiterhin muss aktive Imagearbeit und Werbung für die Einkaufslage von der Händlerschaft organisiert und umgesetzt werden. Gemeinsame Aktionen und Feste müssen regelmäßig für Aufmerksamkeit sorgen. Dabei kann die Einbindung der örtlichen Kulturszene große Vorteile bringen." Die Planungen der Sparkasse allerdings
widersprechen so nicht nur allen eigenen Bekundungen nach einer „Unterstützung des Mittelstands", sondern auch völlig der Einschätzung der Gutachter, aber vor allem auch deren Handlungsempfehlungen, da angesichts der stagnierenden Lage auf dem Grundstücks- und Wohnungsmarkt mit einer weiteren langen Suche nach Investoren zu rechnen ist! Die durch den Abriß zu befürchtende langfristige Baulücke mit allen weiteren Folgen ist daher strikt abzulehnen. SPD Bündnis90/Die Grünen CDU PDS |