Bericht 11-03

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10.02.2003, Bürgersinn:
Schmutzort Limmerstraße und ein gescheiterter Versuch Müll hinzuwerfen

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Eigentlich wollte ich nur mal eben zu Saturn gehen und Druckerpapier kaufen.

Auf der Höhe von HL geschah es dann: Zwei junge Burschen, die erst noch Männer werden wollen, ca. 13-14 Jahre alt, kamen mir entgegen. Der eine pulte Papier ab. Es fiel auf den Boden.
Das kann man natürlich nicht durchgehen lassen.
"Aber Hallo - Du hast Papier fallen lassen, tu es mal in den Papierkorb", schaltete ich mich sofort ein.
"Nö", kam die unbeeindruckte Antwort.
"Wie heißt Du ? Wo kommst Du her ? Pass auf, daß Du nicht überziehst."
"Ich wohne nicht hier. Meinen Namen sage ich nicht."
"Aha- und Dein Freund, wie heißt Du, wo wohnst Du ?"
"Eliesenstr., meinen Namen darf ich nicht sagen, daß haben mir meine Eltern verboten."

"Wißt Ihr was ? Hier gibt es eine Bürgerinitiative, die setzt durch, daß der Müll hier nicht mehr hingeworfen wird."
Überraschung: Das wirkte wie ein Joker !
Langsam bewegte sich unser junger Freund zurück, hob das Papier auf und warf es in den Mülleimer, der nur zwei Meter entfernt war.

Nun war sein Freund gerade damit fertig Zahnseide durch seine Zähne zu ziehen und warf sie einfach auf den Boden.
"Was machst du denn da ! Heb das auf. Ich weiß ja, daß Du in der Elisenstr. wohnst."

Langsam und widerstrebend bückte er sich und murmelte - gerade noch verständlich:
"Paß auf, daß Dein Haus nicht mal abgefackelt wird."
Ich wertete das als Äußerung der Verzweiflung - nicht ernst gemeint - und überging es einfach. Auch die Zahnseide landete nun im Papierkorb.

Inzwischen fiel mir ein, wo der Andere der Beiden wohnt und wie er heißt. Ich sagte es ihm. Er war geschockt.
So funktioniert wohl soziale Kontrolle.

Begeistert erzählte ich beiden vom Frühjahrsputz am 21. März und daß sie dabei ja mitmachen könnten. Sie widersprachen nicht.
Nachdem wir noch gemeinsam einem Autofahrer, der ein Fotogeschäft auf der Limmerstraße suchte, den Weg gezeigt hatten, verabschiedeten wir uns richtig freundlich voneinander.

Klaus Öllerer
letzte Änderung: 10.02.2003

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01.03.2003, Nachtrag:

Eine Begegnung der freundlichen Art

Spielplatz Viktoriastr. in Linden-Nord - eine Gruppe Jugendlicher hat sich um eine Parkbank versammelt. Ich gehe gerade vorbei zum Einkaufen und beachte sie nicht weiter.

"Hallo, Hallo !", schallt es plötzlich in meine Richtung.
Ein Jugendlicher winkt mit fröhlichem Gesichtsausdruck zu mir rüber.
"Wann ist denn der Termin ? Ich mach mit."
Jetzt erkenne ich ihn. Er ist der "Andere von Beiden", denen ich geholfen hatte ihren Müll wieder auf zu heben.
"Am 21. März. Auf welche Schule gehst Du ?"
" Auf die Fösseschule", kam seine Antwort.
"Ja, die machen, glaube ich, auch mit", informiere ich ihn.

Winken zum Abschied.

Ich bin baff.
Kann es sein, daß diese Jugendlichen mehr Führung und Konsequenz brauchen ?

Klaus Öllerer
letzte Änderung: 01.03.2003


Noch in der Regel ohne Folgen: einfach fallen lassen.

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