Neues Leben in alten Mauern Modell AhrbergViertel Unter dem o.g. Motto ist zur Jahrtausendwende wieder Leben in die alten Industriegemäuer eingekehrt. Die ehemalige
Wurstfabrik war aus einer 1896 gegründeten Fleischerei hervorgegengen, welche im Jahr 1914 in das neu errichtete, viergeschossige Fabrikgebäude umzog, das 1912 an der Deisterstraße, nicht weit entfernt vom Stammhaus, errichtet worden war. Damals beschäftigte das Werk 270 Arbeiterinnen. Vier jahre später wurde die neue Kraftzentrale (Kesselhaus) an der Charlottenstraße eingeweiht. Als die Fabrik in den neunziger Jahren zum Verkauf stand, interessierte sich u.a. das Lindener Architekturbüro agsta für das Gelände. Eine Investorengruppe gebildet aus Privatpersonen und der AWO, haben ca. 40 Mio. Mark in den Umbau gesteckt mit dem 1997 begonnen wurde. In Linden-Süd ist
seitdem ein attraktives Quartier zumThema "Wohnen und Arbeiten" entstanden. Auf dem Gelände befinden sich z.Zt. ca. 120 Wohnungen, ca. 15 Ateliers und Büros, Räume für die "Sozialen Dienste" der AWO und der Stadt Hannover, ein spanisches Kulturzentrum, ein Café, ein Tanzstudio sowie eine Kindertagesstädte, Praxen und Läden. Die Industriarchitektur aus den Zwanziger Jahren bot den Planern vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Die frühzeitige Einbindung der NutzerInnen in die Umbaumaßnahmen war dabei ein wichtiges Anliegen. In zahlreichen Gesprächen wurden gemeinsam individuelle Grundrisse entwickelt. Durch weitestgehenden Erhalt der Substanz und planerisches Eingehen auf die Baustruktur wurden vergleichsweise niedrige Baulosten erreicht (Gesamtkosten ohne Grundstück unter 2.500 DM/qm). Durch die Vergabe von Erbbaurechten wurde
ein Teil der Bewohner zu Eigentümern und erhielt damit Anspruch auf Wohnungsbauförderung. Auch Interessenten mit geringem Eigenkapital wurde dadurch die beteiligung ermöglicht. Im Ergebnis entstanden Belastungen, die zum Teil erheblich unter Mietbelastungen liegen. Quelle: Prospekt zum AhrbergViertel |