Frank Nikoleit, PDS

Archiv

 Berichte

Nur im Internet.

30.12.2000
Frank Nikoleit, Stadtbezirksrat PDS:  
Limmerstraße zwischen Autobahn und Chaos:
 

„Durch die im Oktober 2000 abgeschlossenen Baumaßnahmen ist die Limmerstraße deutlich aufgewertet worden. Nach einer langen öffentlichen Diskussion wurde die Limmerstraße nach Abschluß der Umbauarbeiten zwischen Kochstraße und Nedderfeldstraße zur Fußgängerzone gewidmet." Zitat Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover. 

Das Chaos war gewollt:
Ja, da ist nun jahrelang in breiter Öffentlichkeit, mit Bürgerversammlungen und Aushängen der Planungen in Schaufenstern der Limmerstraße die Einrichtung einer Fußgängerzone diskutiert worden. Dann wurde in der Sanierungskommission und dem Bezirksrat von allen Parteien ein Kompromiß gebilligt, der vorsah, den mittleren Bereich der Limmerstraße in eine Fußgängerstraße umzuwandeln. Ohne Einwände von BürgerInnen oder Geschäftsleuten. Nur die Verwaltung hat bzw. wollte, von einer Fußgängerzone nichts wissen. Denn auf jede eingerichtete Baustelle werden Anwohner und Durchgangsverkehr besser hingewiesen als auf die neu eingerichtete Fußgängerzone. Für den Überquerungsverkehr der Limmerstraße war überhaupt nicht ersichtlich, dass nicht mehr in die Limmerstraße hineingefahren werden darf. Diese Vorraussetzung, gepaart mit ignoranten Autofahrern, die bewußt durch die Limmerstraße fuhren, sorgte für eine brisante Mischung, die dann durch den Oberschildbürger Herbert Schmalstieg, nach dem Motto ist es dunkel im Haus nehme das Dach ab, gelöst wurde. Die Fußgängerzone wurde per Eilentscheidung für die Dauer von 6 Monaten aufgehoben, und jetzt stehen die Fußgänger und Fahrradfahrer im Regen.  

Die jetzige Situation:
Durch das Aufheben der Fußgängerzone wurde die Limmerstraße wieder zu der gefährlichsten Straße in Linden. Falschparkende Autos zwingen Radfahrer auf die Fußwege oder vor die Autos und Straßenbahnen. Und zusätzlich blockieren Autos Mündungsbereiche der Fußwege. Ältere MitbürgerInnen und Menschen mit Kinderwagen müssen sich ihren Weg über den, noch für Fußgänger frei begehbaren Bereich, angerempelterweise erkämpfen. Und nach den Geschäftszeiten und an Sonntagen lädt die Limmerstraße durch ihre Breite zum Rasen und zur Selbstdarstellung junger Papagalli ein, Geschwindigkeiten zwischen 50-70 km/h in einer Tempo 30 Zone werden hier zur Regel. 

Warum brauchen wir eine Fußgängerzone?
Der neue Schallimmissionsplan vom August 2000 belegt, was unter andrem ein Grund für eine Fußgängerzone gewesen ist. Die Limmerstraße ist Durchgangsstraße (Schleichweg) für Fahrzeuge, die über die Spinnereistraße kommend, in den Westen Hannovers wollen. Durch die Strecke Kochstraße / Limmerstraße / Velberstraße werden so drei Ampelphasen eingespart. Das führt zu starkem Verkehr und zu einer dB Mittelwert Überschreitung für Wohngebiete von 4 dB ( 2 dB sind eine Verdoppelung des Lärms ). Die Fußwege in der alten Limmerstraße waren schon zu schmal, um mal stehenzubleiben und zu klönen. Die Fahrradfahrer waren zwischen den parkenden Autos und der Straßenbahn einer ständigen Gefahr ausgesetzt. Durch das neue breitere Gleisbett der Üstra und den neuen Fahrradwegen verkleinert sich der Fußweg auf nur noch ca. 2,70m. Für eine Einkaufsstraße eindeutig zu schmal. Nur durch eine Fußgängerzone kann die Geschwindigkeit für Autos auf Dauer reduziert werden. (Anwohner dürfen die Limmerstraße weiterhin befahren). 

Ersatz für entfallende Parkplätze:
Würde auf der ganzen Länge der Limmerstraße das Parken entfallen, würden im Vergleich zur alten Limmerstraße ca. 100 Parkplätze entfallen. Als Ersatz wurden bis jetzt 64 Parkplätze an der Fössestraße eingerichtet. Eine Art Übergangslösung zeichnet sich für das geplante Parkhaus in der Elisenstraße ab. Hier sollen auf dem Grundstück ca. 60 Stellplätze eingerichtet werden. Wann das ursprünglich an dieser Stelle geplante Parkhaus mit 89 Stellplätzen errichtet wird hängt nach wie vor davon ab, wann der Investor einen Mieter für den von ihm geplanten Supermarkt findet. Hier zeigt sich unterandern, entgegen der allgemeinen Meinung der Geschäftsleute," Parkplätze bringen Kunden in die Limmerstraße ", dass, das Grundstück mit den meisten Parkplätzen seit Jahren nicht zu vermieten ist. Gegen die PDS hat der Bezirksrat mit den Stimmen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und CDU beschlossen, Ersatzparkraum für die entfallenden Parkplätze einer Fußgängerzone Limmerstraße, auf einen seit Jahren geplanten Kinderspielplatz in der Velberstraße zu schaffen. Dort werden jetzt kurzfristig 40 Stellplätze eingerichtet. Ein mechanisches Parkhaus für 160 Stellplätze wird in ca. einem Jahr errichtet. Unterm Strich wird es dann deutlich mehr Parkplätze geben als vor dem Umbau der Limmerstraße. 

Die Geschäfte der Limmerstraße:
Seit Jahren haben es die Geschäftsleute versäumt sich den neuen Gegebenheiten auf der Limmerstraße anzupassen. Durch eine Art Monokultur an Geschäften z.B. 6 Reisebüros 5 Handyläden ist die Attraktivität der Limmerstraße für Kunden stark gesunken, schon jetzt scheint klar zu sein, das 20% der Geschäfte die nächsten 2 Jahre nicht überleben werden. Eine Fußgängerzone wäre ein geeignetes Mittel, um die Limmerstraße für kleine Nischen-Geschäfte attraktiver zu machen, da die, durch eine Fußgängerzone aufgewertete Limmerstraße, eine größere Kundschaft erwarten läßt. 

Bürgerbefragung Limmerstraße:
Ab dem 15.Jannuar wird die Verwaltung eine Bürgerbefragung zur Limmerstraße durchführen. Dann können Sie darüber entscheiden, welche Gestaltung der Limmerstraße Sie für die bessere halten.  

Unser Tip, stimmen Sie für:

1.      Mehr Sicherheit und Platz für Fußgänger und Radfahrer.

2.      So viel Verkehr wie nötig, aber nicht soviel Verkehr wie möglich. 

3.      Für attraktivere Geschäfte auf der Limmerstraße, durch eine Fußgängerzone auf der ganzen Länge zwischen Kötnerholzweg bis zum Küchengarten.

 

Frank Nikoleit
Stadtbezirksrat, PDS
Zimmermannstr. 20
30453 Hannover
Tel.: 21 14 69

Home
Berichte (Alle)

© Copyright

Die Inhalte angeführter Links und Quellen werden von diesen selbst verantwortet.