In der dritten Generation betreiben die Rohses ihren Kleingarten am Stockhardtweg, unweit des Kanuclubs und direkt neben der Conti. Direkt am Kanal gelegen herrscht hier Idylle pur. Anfang der Zwanzigerjahre wurden nach dem Bau des Leineabstiegkanals diese Gärten angelegt. Die Großeltern von Werner Rohse waren damals unter den ersten, die dieses Stück Land urbar machten. Diese "Stafette" Kleingarten war drauf und dran an die nächste Generation, die Tochter und Ihre Familie, weitergereicht zu werden. Doch nun scheint alles vorbei zu
sein. Die nächste Generation hat sich jedenfalls bereits einen anderen Garten suchen müssen. Bis zum 31.03.2002 sollen die Gärten geräumt sein. Damit endet auch die Mitgliedschaft im "Kleingärtner-Verein Limmer e.V." in dem Herr Rohse lange als Obmann tätig war. Noch heute spürt er eine Beklemmung in der Brust, wenn er an den Abschied im Verein zurückdenkt. Richtig niedergeschmettert fühlt sich nach wie vor Frau G., 73 Jahre. Sie hat Wohnrecht in ihrem Kleingarten und hat dort 47 Jahre gelebt. Ihre Tochter ist sogar dort aufgewachsen. Frau G. kommt heute aus dem Weinen kaum noch heraus. Sie empfindet, daß man ihr das Zuhause genommen hat. Inzwischen hat sie in Eigeninitiative eine neue Wohnung gefunden. Es scheint so, daß
alle Pächter eine Riesenwut über die Art und Weise haben, wie ihre Gärten abgewickelt wurden und werden. Der Zorn trifft vor allem den Vorsitzenden des Bezirksverbandes der Kleingärtner, Herrn Rädecker. Herrn Rädecker wird vorgeworfen nicht die Interessen der Kleingärtner vertreten zu haben. Sondern sein Auftreten und Handeln entspräche eher der eines Investors, der die Grundstücke so schnell wie möglich
geräumt haben möchte. Dabei ist zu erfahren, daß eine weitere Nutzung "bis die Bagger" kommen auch mit Zustimmung der Stadt und wahrscheinlich auch der potentiellen Investoren, von Anfang an möglich gewesen wäre. Einige Kleingärtner bemühen sich derzeit in Gesprächen mit der Stadt um eine Zwischenlösung. zu Teil 2 |