Im Oktober letzten Jahres informierte sich Niedersachsens Ministerpräsident Sigmar Gabriel zum Abschluss der Werkstatt zur Stadtteilentwicklung in Linden-Süd über die Situation im Stadtteil und sagte seine Unterstützung zu. Diese steht bis heute noch aus. Ein Artikel des , Ausgabe Juni 2002 Im Jahr 2000 begann in Linden-Süd ein umfangreicher
Beteiligungsprozess, in dem die Einwohnerinnen und Einwohner des Stadtteils ihr Lebensumfeld anfingen zu gestalten. Linden-Süd hatte es bitter nötig. Als einer der ärmsten Stadtteile Hannovers mit dem höchsten Ausländeranteil überhaupt hat Linden-Süd große Probleme mit Drogen, Arbeitslosigkeit und fehlenden Angeboten für Jugendliche. Um so höher ist das bürgerschaftliche Engagement für den Stadtteil zu bewerten, das nun schon über zwei Jahre andauert. Die Stadt Hannover musste
aufgrund des extremen Haushaltslochs fast alle finanziellen Hilfen für den Stadtteil einstellen. Auch eine in Aussicht gestellte Beteiligung an dem Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt" scheiterte in letzter Minute. Aber der Ministerpräsident sagte seine Unterstützung zu. Er versprach im letzten Jahr zu prüfen, ob eine Landesförderung für Linden-Süd möglich sei. Er wollte auch zur Verbesserung der Schulsituation beitragen, indem er seine Unterstützung für ein Integrationskonzept der
Egestorffschule zusagte. Außerdem setzte er sich für eine verstärkte Bekämpfung der Kriminalität im Stadtteil ein. Nun fordern die Menschen in Linden-Süd und das Stadtteilforum seine Unterstützung ein, denn es ist immer noch nichts passiert. Hinzu kommt noch, dass vom Kämmerer der Stadt Hannover 38.500 Euro aus dem Quartierfond, mit denen der Stadtteil gerechnet hatte, nicht freigegeben werden. Jetzt besteht die Gefahr, dass ein mit viel Mühe aufgebauter
Aktivierungsprozess der Einwohnerinnen und Einwohner austrocknet und die Hoffnungen der Menschen auf konkrete Verbesserungen nachhaltig enttäuscht werden. Unverständlich also, dass sich trotz bevorstehender Landtagswahl im Februar 2003 Ministerpräsident Gabriel nicht an seine Versprechen hält. Angefragt wurde jetzt auch die Unterstützung des Lindener Wahlkreiskandidaten und Niedersächsischen Umweltministers Wolfgang Jüttner. /ww |