Höchster Wasserstand der Leine seit 1841 Auszüge aus „Neuer Hannoverscher Kurier" von 1946, herausgegeben von den britischen Militärbehörden: Dienstag 12. Februar 1946: " Kampf gegen die Wassersnot. In der Nacht von Samstag zu Sonntag brach über die Bevölkerung Hannovers,
besonders die Stadtteile Linden, Ricklingen, Glocksee, Limmer und Südstadt das schwerste Hochwasserunglück seit Menschengedenken herein. Der Wasserstand der sonst so zahmen Leine stieg zu einer bisher unvorstellbaren Höhe. Ein Riesenausmaß hatten auch die Wassermassen der Weser. Am Sonnabend stand der Pegel auf 7,88 m (Normalstand 1,20 m - Anm. der Redaktion) ....die Hochwasserschäden können nur durch entschlossenes zugreifen der gesamten Bevölkerung überwunden werden.
Hochwasser über Nacht. Eine Straßenbahn, deren Führer am Samstag von Hannover nach Linden zu fahren hatte, musste am Goetheplatz halten. Das Hochwasser machte der Fahrt ein Ende. Einige Männer; die nicht mehr nach Hause konnten, beschlossen die Nacht in diesem Wagen zu verbringen.....an der Glocksee hockten etwa zehn Männer auf dem Dach eines Autos, umbrandet von einer tiefen, reißenden Strömung, welche die Motorhaube verdeckte... wohl waren warnende Hochwassermeldungen eingetroffen,
aber mit einem Unglück in solchem Ausmaße konnte niemand rechnen. Am Sonntag morgen jedoch stand das Wasser in den tiefer gelegenen Straßen Lindens 1,50 bis 1,65 Meter hoch ..... am Weddigenufer überströmte die Leine die Dämme und vereinte sich mit den Wassern der Ihme.... beim Dornröschen kommen zwei Mensch in den Fluten ums Leben.. . in der Braunstraße erreichte die Höhe des wie ein Wildbach einströmenden Wassers 2 ½ Meter Höhe...schwere Schäden sind angerichtet worden unter den
eingelagerten Lebensmitteln, aber auch wertvolles Material, das für den Wiederaufbau von Wohnstätten bereit lag, ist abgeschwemmt oder unbrauchbar geworden..... in vielen Haushalten sind die Brennstoffvorräte völlig durchnässt und unbrauchbar, die Lebensmittelvorräte vernichtet. Voraus ging alldem ein Dauerregen von 10 Tagen mit Niederschlagsmengen von 38mm an einem Tage (17mm weniger als der Monatsdurchschnitt), es ging das Gerücht um, der Damm der Sösetalsperre sei gebrochen. ...
Am Sonntagnachmittag wurde aus Grasdorf berichtet , dass das Wasser um 6 Zentimeter gefallen sei, und am Montag war der Wasserspiegel bereits um 1 Meter gesunken. Der Höhepunkt der großen Flut liegt nun hinter uns. Nun heißt es für alle, anzupacken und denen zu helfen, die vom Unglück betroffen wurden."
Liebe LeserInnen, dieses sind Originaltexte aus der ersten Nachkriegszeitung Hannovers. Ich möchte dem nichts hinzufügen. evi.schaefer |