Bericht 109

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Fr., 13.09.2002 - Da, wo die bösen Buben sind :
Jugendanstalt Hameln
Eindrücke beim Besuch des Präventionsrates Linden-Limmer.

"Sicherheit für Erziehung - Erziehung für Sicherheit"

ist das Motto mit dem die Jugendanstalt Hameln geführt wird.

Schloß auf, Schloß zu, Schloß auf, Schloß zu, Schloß.... Daß die Sicherheit groß geschrieben wird, merkten wir Besucher bei unserem Rundgang auf Schritt und Tritt.

Das war nicht immer so. Wie man den Erklärungen entnehmen konnte, begann in der Anfangszeit vor 22 Jahren der Betrieb als Bundesmodelleinrichtung mit viel liberalem Idealismus. Es gab keine unüberwindbare Abgrenzung - also türmten viele. Alle Jugendlichen trafen sich gemeinsam auf der Freifläche - also entwickelte sich eine nicht mehr zu kontrollierende Subkultur mit Schlägereien, Unterdrückung und Drogen.

Heute gibt es seit fünf Jahren einen eindrucksvollen Zaun und niemand haut mehr ab. Die Jugendlichen werden sehr differenziert behandelt - je nach Schwere und Schwierigkeitsgrad: in Gruppen getrennt, Kontakte zwischen den Schwierigkeitsgraden verhindert oder ganz schwierige Kandidaten gezielt vereinzelt. Nur so ist es möglich dem einzelnen die Chancen zu geben, die ihm die Eingliederung in die Gesellschaft ermöglichen.

Von 655 Insassen erhalten ca. 120 eine Berufsausbildung. Ständige Beschäftigung für alle ist großgeschrieben. Arbeit, Ordnung und Disziplin sind mit die wichtigsten Tugenden, die die Jugendlichen lernen müssen. Der geregelte und fordernde Tagesablauf, eingebetet in ein ausgeklügeltes Betreuungswesen bleibt bei vielen nicht ohne Wirkung. Entziehen kann sich keiner. Dafür sorgen ca. 330 Angestellte und Beamte, darunter Ausbilder, Psychologen und Sozialarbeiter. Es gibt ein umfangreiches Qualifizierungssystem.

Im Ergebnis schaffen es 40% der Insassen rückfallfrei zu bleiben.

Die mit Abstand schwierigste Gruppe sind die Aussiedler. Diese haben Strukturen nach eigenen historischen kriminellen Gesetzen entwickelt und schotten sich absolut ab. Das Konzept der Vereinzelungen stößt hier an Grenzen, da der Anteil dieser Kriminellen mit 20% schon relativ hoch ist. Es sind die ersten Überfälle auf Vollzugspersonal außerhalb der Anstalt passiert, die als gesteuerte Auftragsarbeit aus der Anstalt heraus verstanden werden.

Nahezu auffällig ist, daß es nur ca. zehn Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren in der JA gibt. Möglicherweise liegt das daran, daß die Justiz sich schwer damit tut derartige Intensivtäter konsequenter wegzusperren. So müssen sich weiterhin viele Bürger auch in Linden ängstigen. An mangelnden Kriminellen liegt es wohl nicht, jedenfalls, wenn man den Argumenten der Polizei folgt.
Hier gibt es Bedarf an guten Lösungen.

Der Besuch war eindrucksvoll wie lohnend und wurde durch ein hervorragendes Menü aus der Anstaltsküche abgerundet. Deswegen gibt es hier auch ein dickes Lob für die Kochausbildung.

klaus.oellerer


Der Zaun:
Bis jetzt unüberwindbar.

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Das Gelände der JA Hameln, teilweise mit Wassergraben.


Der Pressesprecher Herr Blum erklärt die Ausbildung in der Metallwerkstatt.


Besser ist es draußen.


Fragen werden kompetent beantwortet.


Linden ist doch schöner: Der Präventionsrat Linden-Limmer vor der Rückreise.