....so war im Jazzclub gleich zu Anfang schon richtig Stimmung. Unten im Keller gab es gute Musik, draußen Sonnenschein, die Lindener Kulturhungrigen waren in Sonntagslaune. Dieser Club auf dem
Lindener Berg findet weltweit Anerkennung und ist international ausgezeichnet. Nicht ganz so bekannt, aber nicht minder stimmungsvoll, ist das Mittwoch-Theater in den oberen Etagen des Gebäudes. Im Weiteren erfuhren die Zuhörer viel über die bewegte Geschichte dieses Ortes und des Berges, der den höchsten Punkt (89m) Hannovers bildet. Von 1300 bis ca.1750 diente der Berg als Steinbruch, die Stadtmauer Hannovers
stammt von hier und es entstanden Stollen. Die kühlen Gewölbe wurden mancherorts als Eiskeller genutzt, dienten im Krieg als Luftschutzbunker, waren Champignonzuchtbetrieb und sind nun Station beim Kulturspaziergang. In Privatbesitz befindlich und dem Besucher meist verschlossen, ist es natürlich spannend die klammen Gänge zu besichtigen. Mindestens 15 Grad wärmer und wieder erfreulich sonnig begrüßte der
Lindener Bergfriedhof die Besucherschar. Durch kundige Führer erfahren die Kulturfreudigen viel über die Friedhofskapelle (wo tatsächlich vor gar nicht so langer Zeit schwarze Messen stattfanden) und den Küchengartenpavillon, an dem jetzt viel gebaut wird. Schön anzusehen ist der alte Baumbestand und die dunklen, verwitterten Grabmale. Jeder kennt das leuchtend blaue Blütenmeer, das sich im Frühjahr dazwischen ausbreitet. Die Ruhe dieses Ortes tut gut. Ganz oben auf dem Berg, wo noch der alte Mühlenturm zwischen den schattigen Bäumen steht, befindet sich jetzt Hannovers schönster Biergarten. Hier, so erfahren wir, ist noch viel geplant. Besonders kunstbeflissene Besucher dürfen gespannt sein. Zu den biergartentypischen Erfrischungen gibt es Lindentypische Episoden vom Autor Hans-Jörg Hennecke persönlich. An diesem lauschigen Plätzchen klingt der Kulturspaziergang 2002 langsam aus. evi.schaefer
letzte Änderung: 15.10.2002 |