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Fr., 30.08.2002  Jugendarbeit in Linden:
Ein Interview mit Thomas Ganz, dem Beauftragten für Jugendsachen der Polizei, zur Jugendarbeit in Linden und dem Jugendzentrum Posthornstr.

Hier geht's zum Bericht über das Jugendzentrum Posthornstr.

Herr Ganz, es gibt ja teilweise große Probleme mit Jugendkriminalität in Linden. Wir berichten gerade über hiesige Jugendeinrichtungen. Wie sind denn
Ihre Erfahrungen mit der Zusammenarbeit ?

Thomas Ganz:
Grundsätzlich ist die Zusammenarbeit mit den Jugendeinrichtungen im gesamten Linden sehr gut - bis auf eine Ausnahme.
Wir bemühen uns offen und gesprächsbereit auf diese Einrichtungen zuzugehen unter Berücksichtigung der teilweisen unterschiedlichen Interessenlage der Sozialarbeiter zu uns. Es gibt eine rege Kommunikation, die sich auch in gemeinsamen Stadtteilrunden und dem Präventionsrat widerspiegelt.

Wer ist denn diese Ausnahme, zu der es keine gute Zusammenarbeit gibt ?

Thomas Ganz:
Das ist das Jugendzentrum Posthornstr..
Mehrfach haben unser Jugendkontaktbeamter Herr Dingfeld und ich seit November 2000 versucht mit dem Leitungsteam des Jugendzentrums ins Gespräch zu kommen. Die Reaktion war folgende - sinngemäßes Zitat:
"Wir möchten keinerlei Zusammenarbeit oder Kommunikation im Allgemeinen mit der Polizei, da wir großen Wert auf unsere Eigenständigkeit legen. ... Wir möchten auch nicht, daß Sie uns ohne vorherige Anmeldung aufsuchen, ansonsten müßten wir von unserem Hausrecht Gebrauch machen."

Das überrascht. Gäbe es denn die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit ?

Thomas Ganz:
Im Wirkungsbereich dieses Jugendzentrums gibt es zwei aus Bürgersicht sehr problematische Sicherheitsbereiche. In beiden Bereichen ist trotz gegenteiliger Behauptung von einer Präsenz dieses Jugendzentrums nichts zu spüren. Es wird gerade von den problematischsten Jugendlichen nicht wahrgenommen.

Was könnte man denn aus Ihrer Sicht tun ?

Thomas Ganz:
Hier möchte ich auf zwei gute Beispiele im Stadtteil hinweisen. Das sind die Jugendeinrichtungen Villa Anna und Arkadas/Fitpoint - beides Einrichtungen, die - nach meinem Kenntnisstand - mit wesentlich geringerer materieller und personeller Ausstattung konkrete Angebote für unsere Problemgruppen anbieten.

Wie soll man sich solche Probleme vorstellen. Jugendsünden sind doch völlig normal.

Thomas Ganz:
Jugendsünden wären kein Problem. Es handelt sich um jugendliche Intensivstraftäter, die sich besonders in Deliktbereichen wie Raub, gefährliche Körperverletzung und Bedrohungslagen aller Art hervortun. Wenn ihnen nicht Einhalt geboten wird und das zeigt die Erfahrung, dann zieht das immer weitere, jüngere Kinder- und Jugendliche in diesen Sumpf.
Dieser Teufelskreis hat natürlich eine zunehmende Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls der Wohnbevölkerung zur Folge, d.h. Angst breitet sich aus.

Wie können Jugendeinrichtungen denn hier aus Ihrer Sicht konkret wirken ?

Thomas Ganz:
1. Gemeinsame Analyse der Problemgruppen und -bereiche.
2. Kleine zielgruppenorientierte Projekte alleine oder bei Bedarf gemeinsam mit der Polizei.
Unsere Erkenntnisse, die sich aus den Gesprächen mit den besonders problematischen Jugendlichen ergeben, zeigen, daß zu allgemein gehaltenen Angebote wirkungslos verpuffen.

Herr Ganz, was würden Sie sich denn aus polizeilicher Sicht für die Zukunft wünschen ?

Thomas Ganz:
1. Alle in diesem Bereich arbeitenden sollten zumindest miteinander reden.
2. Daß Polizeistrukturen personell und materiell weiterhin so entwickelt werden wie bisher - ohne nachzulassen.

Herr Ganz, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Das Gespräch führte Klaus Öllerer am 30.08.2002.
 


Thomas Ganz, Bauftragter für Jugendsachen der Polizei, an seinem Schreibtisch.

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