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27.01.2002

Imke Wehrend aus Linden-Nord hat uns am 20.01.2002 einen ersten Brief geschrieben:

Seit MItte August 2001 befinde ich mich in Minnesota, USA. Ich bin Austauschschuelerin und verbringe mein 11. Schuljahr in den Staaten

Es war eine Art Traum fuer mich und eine Herausforderung nach Amerika zu gehen, hier zu leben, eine andere komplett neue Kultur kennenzulernen und neue Leute zu treffen. Dieser Traum wurde wahr.

Ich bin 16 Jahre alt und besuche fuer mein 11. Schuljahr eine High School. Ich lebe in einer Gastfamilie mit drei Schwestern und einem Bruder. Da ich zu Hause nur einen juengeren Bruder habe, war das schon eine grosse Umstellung.

Momentan ist gerade "Halbzeit", denn die ersten 5 1/2 Monate sind um. Es war nicht immer ganz leicht: Heimweh, Kulturschocks, Probleme in der Schule wegen der Sprache begegneten mir, doch trotz dessen ist die Zeit verdammt schnell vergangen. Es ist erstaunlich!!! Nun habe ich die zweite Haelfte vor mir, mit vielen Plaenen und die ist erfahrungsgemaess viel leichter, geht dafuer aber noch schneller um.

Es ist vieles ganz anders hier und wenn mich jemand fragt, was denn anders ist, dann antworte ich nur: "actually everything"! Und das ist auch so. Ich lebe hier meine Erfahrungen, gute, sowie schlechte. Trotzdem ist es das Beste, was ich jeh machen konnte. Ich lerne unglaublich viel und so ein Jahr ist einfach etwas fuers Leben. Mein Vater sagt das auch immer, er war schon Austauschschueler und weiss deshalb auch, wovon ich gerade schreibe. Er hilft mir viel; wir reden viel und er erzaehlt mir viel von seinen Erfahrungen, DANKE PAPA

In den kommenden Monaten werde ich einige Touren machen, damit ich noch etwas von diesem Land sehe. Es geht nach Michigan, wo ich die Gastfamilie von meinem Vater besuchen werde, die ich gefunden habe. Ausserdem fliege ich fuer ein paar Tage nach San Diego und mit meiner Familie in die Karibik! Ich moechte viel erleben und habe ganz viel Spass hier!

Falls ich nun Ihr/Euer Interesse an einem Austauschjahr geweckt habe, dann koennen Sie/koennt ihr mir gerne eine e-Mail schreiben. Ich bin gerne bereit noch weitere Fragen zu beantworten.

Nun allen noch ein nachtraegliches, frohes, neues Jahr!

Vielleicht begegnen wir uns ja im Juli beim Einkaufen in Linden!

Viele, liebe Gruesse aus Roseville, Minnesota!

                Imke Wehrend  (Imke.Wehrend@web.de)

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07.02.2002
Imkes zweiter Brief vom 31.01.2002

High School In America!!!

Hallo alle zusammen!
Da bin ich wieder, aber diesmal mit einem Bericht ueber die Schule in den USA! Ich moechte Ihnen/euch einen Einblick in meinen Tag geben!

Ich stehe morgens so gegen 7:00am auf (da ist es bei euch gerade 14:00h), mache mich fertig, packe mein "lunch" und begebe mich zum Bus. Es sind die typischen gelben, alten Schulbusse, die jeder aus den Filmen kennt. Die Tueren werden per Hand aufgemacht und die Sitze sind alt und herunter gekommen.

Meine Schule heisst Roseville Area High School, hat ca. 2600 SchuelerInnen, von Jahrgang 9-12 und startet um 8:10am. Die letzte Stunde endet um 2:45pm und jede Stunde ist um die 55-58 Minuten lang. In High School haben sich alle ihren oder seinen eigenen Stundenplan zusammengestellt, der die ganze Woche, das ganze Halbjahr der selbe ist. Nicht Montag mal Mathe, Sport, dann Bio zwei Stunden und zum Schluss Englisch. Nein, ich habe jeden Tag den gleichen Ablauf: Math, French, History, Keyboarding, Photography und Biology. Das war eigentlich die groesste Umstellung fuer mich. 

Am Anfang meines Jahres hatte ich einen Temin in der Schule, um mit meinem Councelor meine Kurse zu waehlen. Das Schulsystem ist komplett anders. Es gibt die verschiedensten Angebote von Kursen, die man waehlen kann.

Als erstes, wenn ich morgens das Gebaeude betrete, besuche ich meinen "locker", den jeder hat. Ich packe meinen Rucksack fuer den Tag und gehe anschliessend zu meiner ersten Stunde. In diesem Halbjahr ist es Mathe. Nach Mathe gehe ich zu Franzoesisch. In diesem Kurs sind nur 11. Klaessler. Meine Lehrerin ist wirklich sehr nett (sie liebt Austauschschueler). Danach geht es zu American History. Ich habe dieses Fach genommen, weil ich etwas ueber die amerikanische Geschichte lernen moechte. Jetzt werden die Themen auch langsam interessant und es macht halbwegs Spass. Anschliessend gehe ich zu "Keyboarding", wo ich lerne, wie man korrekt am Computer schreibt (dann hat dieses Tippen, was ich gerade betreibe endlich ein Ende!!!). Ich denke, dass das sehr nuetzlich sein kann.... In diesem Kurs bin ich erst eine halbe Stunde und dann gehe ich zum lunch in die Cafeteria. Ich sitze mit vielen Freunden an einem Tisch. Lunch ist in drei Perioden eingeteilt. Die erste ist nach der dritten Stunde (A-lunch), die zweite ist in der vierten Stunde (B-lunch) und die dritte ist nach der vierten Stunde (C-lunch). Lunch ist eine halbe Stunde und danach gehe ich zurueck in meinen Keyboarding Kurs. Anschliessend habe ich Photography! Ich liebe diesen Kurs. Da ich liebend gerne Fotos mache, damit ich viele Erinnerungen habe, habe ich diesen Kurs gewaehlt. Dort lerne ich, wie man Fotos entwickelt und so weiter. Es ist wirklich sehr lustig! Meine letzte Stunde ist dann Biologie. Auch der Kurs ist nicht schlecht!

Inzwischen komme ich viel besser klar. Am Anfang hatte ich grosse Schwierigkeiten in Bio und History, wegen der Sprache und den Tests. Ich hatte Probleme alles auswendig zu lernen, da es eben auf Englisch ist! Wirklich verrueckt... Aber es wird viel besser! In Bio lag es eher an dem Lehrer, weil ich mit seiner Art, wie er unterichtet hat, nicht zufrieden war. Er hat nix erklaert, nur unsere Workpackeges ausgeteil und dann zwei mal in der Woche einen Test geschrieben. Nun habe ich einen anderen Lehrer und der Untericht ist viel besser.

Aber ich wuerde schon sagen, dass die Art und Weise, wie unterichtet wird extrem anders ist. In Mathe haben wir eine Section pro Tag, dann die Hausaufgaben. Es wird einfach wenig wiederholt. Mathe ist nicht so schwer, da komme ich klar. In History erarbeiten wir nix zusammen, muendliche Beteiligung spielt eigentlich keine Rolle, alles ist Einzelarbeit und Informationen muss man sich selber aus dem Buch holen.

Ich muss schon sagen, dass die Lehrer eigentlich faul sind. Sie sitzen den ganzen Tag nur an ihrem Schreibtisch und geben Aufgaben. Klar korrigieren sie die Aufgaben, aber das auch nur oberflaechlich der Fall. Es ist auch nicht so, wie in Deutschland, dass die Lehrer zu den Schuelern kommen, nein, die Schueler laufen durch die Schule und gehen zu den Lehrern. Jeder Lehrer hat einen eigenen Klassenraum mit Computer, Telefon, Fernseher und Overhead Projektor. Die Schulen sind allerdings sehr gut ausgestattet mit Materialien in Naturwissenschaft, mit Landkarten, die Klassenraeume, alles ist sehr sauber und alles wird extrem kontrolliert. Sobald man einmal zu Spaet ist, wird gleich ein Brief nach Hause geschickt und wenn man mal zur Toilette muss, brauch man ein Passbook, das unterschrieben wird und das man mitnehmen muss, damit jeder weiss wohin man geht und sich keiner in den Fluren aufhaelt zum  schwaenzen. Wenn lunch ist, werden die Tueren zugemacht, sie werden ausserhalb von lehrern bewacht und keiner kann raus. Aus dem grund, damit keiner in den Fluren rumhaengen kann und irgendetwas beschmieren kann. Ich habe mich am Anfang wie im Gefaengnis gefuehlt, so eingespert. Es ist auch nicht erlaubt die Schule zu verlassen, um sich gutes Essen zu holen! Die meisten essen ihren Hamburger und die Pommes. Wie gesagt, ich packe mir morgens mein Lunch.

Nach der Schule sind dann die "Activities" dran. Sport ist im Grunde genommen an die Schule angeschlossen aber freiwillig sind. Man muss sich nicht beteiligen. Von 3-5pm ist gewoehnlich Training fuer die verschiedensten Sportarten. Fuer die Sportarten gibt es drei Saisons. Im Sommer ist der beliebteste Sport Football, im Winter ist es Ice-Hockey und im Fruehling dann Baseball. Es gibt noch viel mehr zur Auswahl, fuer Maedchen und Jungen und fuer jeden Jahrgang. Und Spiele sind dann gewoehnlich gegen andere Schulen, was das ganze meiner Meinung nach sehr interessant macht! Es gibt in jeder Umgebung eine Siegerschule, die dann zur Statechampinship geht. So verbringt man die Zeit mit Freunden im Team. Die Spiele sind sehr wichtig und werden total ernst genommen. Eine Sportkarriere beginnt schon in High School.

Ich habe jeden Mittwoch nach der Schule Cheerleadingtraining. Ich sehe vielleicht nicht danach aus, dass ich das mache, aber es ist wahr! Ich wollte etwas typisch amerikanisches machen und da kam mir eben Cheerleading in den Sinn! Es macht total Spass, ist aber auch sehr anstrengend! Ich habe da ueberhaupt keine Ahnung von, alle anderen sind schon so gut, machen es seit mehreren Jahren und dann kommt die Imke und moechte es lernen. Es ist auch auf keinen Fall so leicht, wie es aussieht. Aber ich habe Spass und das ist ja die Hauptsache.

Nach der Schule oder dem Training gehe ich nach Hause und mache meine Hausaufgaben und ruhe mich aus, um fuer de naechsten Tag wieder fit zu sein. Und dann faengt es wieder von vorne an mit dem fruehen aufstehen morgens.

Ich hoffe, dieser lange Artikel hat Sie/euch nicht total gelangweilt! Es gibt eben sehr viel zum Schreiben ueber das amerikanische Schulleben eines Teenagers!

Viele, liebe Gruesse zum zweiten Mal aus Minnesota, USA

Imke Wehrend (Imke.Wehrend@web.de)

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