Klaus Öllerer am 29.04.2001: Hallo Herr Strobach, zunächst einmal eine Richtigstellung: Es wurde hier nicht behauptet, daß bei Bienenkorb, Grill Treff
und bei Anderen die Fußgängerzone die einzige oder alleinige Ursache von Umsatzrückgängen ist. Es wurde und wird in den entsprechenden Beiträgen geschrieben, daß z.B. das textile Umfeld, die Zusammensetzung der Bevölkerung (Bienenkorb) sich verändert hat und beim Grilltreff wurde auch der langfristige Rückgang erwähnt ("Den Leuten sitzt das Geld nicht mehr so locker.") Auch die mögliche Ursache überhöhter Mieten wird auf der Homepage erwähnt. Die überhöhten Mieten wurden übrigens in
Gesprächen öfters mit einer hohen Erwartungshaltung von Vermietern im Zusammenhang mit der Fußgängerzone gebracht. Nach vielen Gesprächen, die ich selber führte oder von denen mir berichtet wurde, ergibt sich zur Zeit für mich folgendes Gesamtbild: 1. Die vorübergehende Einrichtung der Fußgängerzonen im Oktober/November 2000 hat bei vielen (den meisten ?) Geschäftsleuten schlagartig starke Umsatzrückgänge zur Folge
gehabt. Auch nach der Aufhebung gingen die Umsätze nicht mehr auf das alte Niveau zurück. Der Kunde ist möglicherweise ein scheues Reh, der, einmal "verscheucht", nicht so schnell wieder kommt. 2. Es gibt einen allgemeinen Rückgang bei vielen (den meisten ?) Geschäften in der Zeit vorher, seit ca. einem Jahr, der oft mit Umbaumaßnahmen in Verbindung gebracht wird. 3. Es gibt einen langfristigen Rückgang der Umsätze, der mit allgemeinen Entwicklungstrends, auch von solchen im
Stadtteil, zu tun hat.
Viele Fragen sind offen. Mir ist keine systematische Untersuchung bekannt. Wenn es so etwas denn gibt, würde ich sie gerne lesen. Limmerstraße Ost und Limmerstraße West: Das im Westteil kein Leerstand vorhanden ist und im Ostteil dagegen jede Menge ist eine Beobachtung, die derzeit einfach nachgeprüft werden kann. Ob das nur zufällig so ist oder systematisch durch die verschiedenen
Fußgängerzonen bedingt ist, weiß ich nicht. Es kann sein, daß in einem halben Jahr die Situation anders aussieht. Es kann aber auch sein, daß sich der Trend längerfristig bestätigt. Kann es vielleicht sein, daß Sie den von Ihnen angeführten Fehler ("Die Fußgängerzone ist immer schuld.") im umgekehrten Sinne ("Die Fußgängerzone ist nie Schuld.") selber begehen ? Wenn es so ist, daß die Fußgängerzone die Chancen für die Geschäftsleute gleich läßt oder erhöht (wie es immer wieder in den entsprechenden Veröffentlichungen stand), warum ist es denn so schwer die Geschäftsleute von den bisherigen Konzepten zu überzeugen ? Irgendetwas stimmt hier nicht. Meiner Ansicht nach sollten die Geschäftsleute eine Art Vetorecht haben. Ich wünsche mir,
daß wir viel miteinander diskutieren. Gerade, weil die Dinge oft komplexer sind, als sie auf den ersten Blick erscheinen, muß man ihnen etwas tiefer auf den Grund gehen. Ich denke, daß diese Website, auch mit Ihrer Hilfe, einen Beitrag hierzu leisten kann. Gruß Klaus Öllerer P.S. 1: Übrigens, die größte Gefahr droht Ihrem Sohn, wenn er in der
Fußgängerzone spielt oder frei herumläuft. Denn die Stadtbahn hat bei 30 Km/H einen Notbremsweg von fast 12 m, ein Auto von weniger als der Hälfte. Während jetzt niemand auf der Straße spielt, weil ständig Autos fahren, kann es gut sein, daß eine in der Regel leere Straße als Spielfläche betrachtet wird. Jedenfalls haben im Oktober/November 2000 schon einmal Erzieher und Ihre kleinen Kinder unverantwortlicherweise und auf spektakuläre Art das Spielen auf der Straße durchgeführt.
P.S. 2: Text und Töne ist wegen schlechter Umsätze an die Lister Meile gezogen. Auf keinen Fall erfolgte der Umzug, weil die Fußgängerzone nur zögerlich umgesetzt wurde. |