Der Lindener Berg - Geschichte

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Der Lindener Berg
Geschichte

ehemalige Mühle auf dem Lindener Berg

Faltblatt Nr. 1
aus der Reihe
„Der Lindener Berg ruft!"

AG Küchengartenpavillon

 

Geschichte des Lindener Bergs
Der Lindener Berg ist mit 89m eine der höchsten Erhebungen Hannovers. Die Geschichte Lindens ist eng verbunden mit dem Berg, vor allem wegen seiner Rohstoffe. Als Hannover gegen 1300 um die Stadt Mauern errichten ließ, wurden die Steine dazu vom Lindener Berg abgetragen. Zuvor waren schon einige Kirchengebäude mit dem Lindener Kalkstein gebaut worden.

Blick vom Lindener Berg Richtung Hannover1654 (Historisches Museum)

Das Bauerndorf
Am Fuße des Lindener Bergs, dort wo heute die Martinskirche steht und der Marktplatz liegt, entstand der alte Kern des ehemaligen Bauerndor-fes. Linden war im Mittelalter nur durch eine kleine Brücke über die Ihme am heutigen Schwarzen

Lindener Berggasthaus (Historisches Museum)

Bären mit Hannover verbunden. Hannover war durch die Mauer aus Lindener Steinen im Mittelalter eine uneinnehmbare Festung. Im Dreißig-Jährigen Krieg bekamen dies die Lindener zu spüren, denn die Heere konnten Hannover nicht einnehmen und lagerten statt-dessen auf dem Lindener Berg. Das Dorf wurde mehrmals geplündert.

Nach dem Krieg wurde aus dem alten Wartturm, der vermutlich schon 1392 errichtet wurde, dann 1651 eine Mühle. Diese wurde mit einem drehbaren Oberteil nach holländischem Modell versehen, damals in der Region eine technische Neuheit. Die Mühle war bis 1926 in Betrieb. Der flügellose Turm-Rest der ehemaligen Mühle ist Teil eines beliebten Biergartens.

Der Von-Alten-Garten
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts kaufte Graf Ernst von Platen der bis dahin das Dorf dominierenden Familie von Alten ihr Gut ab und errichtete am Fuße des Lindener Bergs um das neue Schloss (im 2. Weltkrieg völlig zerstört) einen großen Park nach „Herrenhäuser Art". Dieser wurde im 18. Jahrhundert zu einem englischen Garten umgestaltet (heute „von-Alten-Garten"). Umgeben war dieser Park mit einer ca. 3 m hohen Kalksteinmauer. Reste davon stehen noch zwischen der Straße „Wachsbleiche" und dem Westschnellweg.

Beginn der Industrialisierung
1746 beendete Hannover das Steinebrechen aus wirtschaftlichen Gründen am Lindener Berg. Die folgende Industrialisierung ist eng verbunden mit Johann Egestorff. Der sogenannte „Kalkjohann" lebte von 1772 bis 1834. Er erwarb gegen 1800 das Kalkbrennerhaus am Berg (wo heute die IGS Linden steht) und betrieb von hier aus regen Handel. 1825 ließ er vom hannoverschen Hofbaumeister Georg Ludwig Laves ein Berggasthaus neben der Lindener Mühle errichten. Es wurde ein beliebtes Ausflugsziel, allerdings schon 1877 wieder abgerissen, um Platz für den festungsähnlichen Wasserhochbehälter zu schaffen.

Der Friedhof
Die Lindener Kirchengemeinde erhielt von Georg Egestorff, dem Sohn Johanns und Gründer der späteren Hanomag, Land auf dem Berg und legte 1862 den Lindener Bergfriedhof an. Hier fällt heute neben dem Portal der Küchengartenpavil-lon auf. Dieser zierte seit den 1740er Jahren den ehemaligen Küchengarten, der zur Versorgung des Kurfürsten bzw. Königs von Hannover zwischen heutigem Lindener Markt, Niese h lag Straße und Fössestraße lag. 1914 wurde der Pavillon an der Pavillonstraße abgebaut und nach dem 1. Weltkrieg als Gefallenen-Gedenkstätte genutzt. Von 1976 bis 1998 war er eine Künstlerwerkstatt auf dem seit 1965 weitgehend nur noch als Grünfläche genutzten Friedhof.

Egestorff's Kalkofen aul dem Lindener Berg

Sehenswert sind der Friedhofsbrunnen, die alte Kapelle und viele der Grabsteine. Auf ihnen findet man einige bekannte Namen aus der Lindener Geschichte, wie etwa Familie von Alten. Auch das Arbeiter-Grab von Heinrich Loges ist sehenswert. Am westlichen Rand des Friedhofs befindet sich seit 1919/1920 der Botanische Schulgarten.

Die Kleingartenkolonien
1912 entstand am Westhang am Ihlpohl der Kleingärtnerverein Eintracht, 1919 dann der Kleingärtnerverein Linden, initiiert vom Gartenfreund Ernst Winter, nach dem auch ein Vereinsheim benannt wurde. Auf den fast 30 ha Land sind über 600 Mitglieder tätig. Typisch für die in Linden starke Arbeiterbewegung war der hier ansässige Naturheilverein Prießnitz von 1890. Leider füllten einige Lindener Fabriken in der Zwischenkriegszeit die durch den Steinbruch entstandenen Löcher u.a. mit Industrieschlacke auf, so dass hier heute noch an einigen Stellen Altlasten gefunden werden.

Noch heute existieren im Berg Stollen, die z.T. über 100 Jahre alt sind. Sie dienten anfangs als Lager für Eis, später in Kriegszeiten als Bunker. Bis 2000 wurde ein Teil als Champignonzucht benutzt. Aus dem in der Kaiserzeit errichteten Jugendheim ist einer der wichtigsten Kulturtreffs der Stadt geworden: der Jazz-Club Hannover gehört zu den bekanntesten Veranstaltungsor-ten Deutschlands. Das Mittwoch-Theater ist hier ansässig.

Egestorff's Kalkbrennerei

Küchengartenpavillon

AG Küchengartenpavillon

In der AG arbeiten mit:

AGLV Linden, Bürgerbüro Stadtentwicklung, Freizeitheim Linden, Friedhofsabteilung/ Grünflächenamt, Kleingärtnerverein Linden e.V., Kulturkoordination West, Kulturbüro Linden-Süd und Quartier e.V.

Die AG setzt sich insbesondere für den Erhalt und eine sinnvolle, dem Umfeld angemessene öffentliche Nutzung des denkmalgeschützten Küchengartenpavillons ein. Zugleich wird versucht, die unmittelbare Umgebung auf dem Lindener Berg mit in die Konzepte einzubeziehen.

Wer mitmachen möchte, wende sich bitte an:

Quartier e.V. c/o Jonny Peter
Nedderfeldstr. 10
30451 Hannover
Tel. 0511/442518
Email:
Jonny.Peter@t-online.d

AG Küchengartenpavillon

Diese Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung.

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