Der Lindener Berg Küchengartenpavillon Faltblatt Nr. 4 aus der Reihe „Der Lindener Berg ruft!" AG Küchengartenpavillon Der Küchengartenpavillon 1741 ließ König Georg II. den Küchengartenpavillion als Lusthaus und point-de
-vue an der Nordseite des königlichen Küchengartens errichten -etwa dort wo heute die Achse der Pavillonstraße auf die Fössestraße trifft - und nannte ihn Belvedere: „Schöne Aussicht". Die Pläne dazu lieferte der Hofarchitekt Johann Paul Heumann, der auch den Kammerflügel des Leineschlosses und das Hardenbergsche Haus in Herrenhausen entwarf. Das kuppelförmige, von einem Kamin überhöhte Schieferdach wurde 1749 aufgesetzt. Die Architektur Der Pavillon ist ein verputzter Backsteinbau mit klarer Sandsteingliederung: Aus einem Sandsteinsockel steigen breite Eckpilaster auf und fassen den schlanken, viereckigen Aussichtsturm ein, der beidseitig durch niedrige Anbauten flankiert wird. Deren Dachterrassen sind vom Runden Saal im Obergeschoss zugänglich und werden durch zierliche schmiedeeiserne Gitter geschützt. Sie werden von
Brüstungspfeilern gehalten, die den Abschluss der darunter liegenden
(Historisches Museum)Eckquaderung bilden. An der Vorderseite fällt der Blick auf das obere 3,3 Meter hohe Rundbogenfenster. Es hat eine fein profilierte Sandsteinfassung, die auf einer von Konsolen gestützten, kräftigen Sohlbank mit Ziergitter aufsitzt, darunter bauscht sich eine barocke Blumengirlande. Auch auf dem Rundbogen liegen Blumen wie aufgestreut beiderseits des volutenförmigen Schlusssteins. Das Spiel mit Naturformen findet auch bei den beiden Schmuckkonsolen auf den Kapitellen der breiten Eckpilaster wieder, die das umlaufende kräftige Hauptgesims zu stützen scheinen. Der repräsentativ mit Marmorkamin ausgestattete obere Runde Saal misst etwa 6,50 Meter in der Höhe und fünf Meter im Durchmesser. Pavillon im Jahr 2000Geschichte Erst zur Franzosenzeit 1810-13 bekam der Bau von Jeröme, König von
Westphalen, den Namen Pavillon. Mit dem Ende des Königreich Hannovers 1866 verlor der königliche Küchengarten seine Funktion. Nachdem 1873 in seinem nördlichen Bereich der Lindener Güterbahnhof eingerichtet wurde und ab 1889 das Wohnquartier rund um den Lichtenbergplatz entstand, drohte der nun isolierte Pavillon zu verfallen. Er diente Eisenbahnarbeitern als Geräteschuppen und Frühstücksbude und schließlich der Unterbringung von Stallhasen und sogar der Mast von Schweinen. Das war 1911.
Dann setzte sich die Lindener Bürgerstiftung unter Führung von H. Nürnberger gegen den drohenden Abriss des barocken Kleinods ein, sammelte Spenden und sorgte für seine Umsetzung 1914 auf den Lindener Berg. Da er bis zum , Ersten Weltkrieg nur als Rohbau fertig wurde, kam es zu mutwilligen Zerstörungen mit Axt und Hammer. Und wieder legten Lindener Bürger noch in der Inflationszeit
eine Sammelliste aus, in der die zum Ausbau notwendigen Materialien gezeichnet wurden. 1923-25 erfolgte eine gründliche Erneuerung des Pavillons, dessen oberes Geschoss als Ehrensaal für die gefallenen Lindener Bürger eingerichtet wurde. Seit seiner Einweihung am 17. Mai 1925 lag dort das Goldene Buch von Linden aus, das einen Band mit der Lindener Chronik und die Namen aller 2.500
Gefallenen enthielt, zu denen jeweils eine kurze Lebensbeschreibung hinzugefügt war. Unter anderem verzeichnete es auch den Besuch der Generäle Paul von Hindenburg und August von Mackensen. Ein weiterer Band enthielt Sinnsprüche. Die unteren Räume bewohnte anfangs ein Wärter, später wurden sie von der Bürgerstiftung zur Miete abgegeben. Noch in den 60er Jahren wohnte dort eine Familie mit mehreren Kindern. Danach verfiel das Bauwerk. Dichter
Efeubewuchs und Feuchtigkeit drangen ins Mauerwerk ein und bei Einbrüchen verschwanden aus der Gedenkstätte etliche Exponate. Schließlich wurde 1976 der Pavillon saniert und dem Maler und Bildhauer Hans-Jürgen Zimmermann als Atelier überlassen.
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 | Grundrisse vom PavillonEr ließ Strom- und Wasserleitung legen, ein Klo mit dazugehöriger Grube
einbauen und führte eine Wendeltreppe in den oberen Saal. Nach einem starken Wasserschaden 1998 zog der Künstler aus. Zur Zeit wird die Sanierung des Pavillons für 2002 vorbereitet, wobei zukünftig eine öffentliche oder halböffentliche Nutzung angestrebt wird, durch die der denkmalgeschützte Bau tagsüber „bewohnt" und gelegentlich für kleinere
kulturelle Aktivitäten wie kleine Konzerte, Lesungen oder Fotoausstellungen zur Verfügung steht. Das barocke Eingangsportal, das den Blick von der Straße Am Lindener Berge auf den Pavillon frei gibt, schmückte bis 1866 den Eingang von der Gartenallee in den ehemals königlichen Küchengarten. Später erwarb es Senator Laporte für sein Gartengrundstück an der Auestraße, von wo es 1937 an den heutigen Standort versetzt wurde.
AG Küchengartenpavillon In der AG arbeiten mit: AGLV Linden, Bürgerbüro Stadtentwicklung, Freizeitheim Linden, Friedhofsabteilung/ Grünflächenamt, Kleingärtnerverein Linden e.V., Kulturkoordination West, Kulturbüro Linden-Süd und Quartier e.V. Die AG setzt sich insbesondere für den Erhalt und eine sinnvolle, dem Umfeld
angemessene öffentliche Nutzung des denkmalgeschützten Küchengartenpavillons ein. Zugleich wird versucht, die unmittelbare Umgebung auf dem Lindener Berg mit in die Konzepte einzubeziehen. Wer mitmachen möchte, wende sich bitte an: Quartier e.V. c/o Jonny Peter Nedderfeldstr. 10 30451 Hannover Tel. 0511/442518 Email: Jonny.Peter@t-online.de AG Küchengartenpavillon Diese Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung.
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